Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnetfelder aus Zimmerwänden

19.04.2005


Projektgruppe der Fachhochschule Jena magnetischen Störfeldern in Gebäuden auf der Spur. Zeigt Ihr Fernseher oder Computer-Monitor falsche Farben und geometrische Verzerrungen?



Diese unangenehmen Effekte kommen möglicherweise durch Magnetfelder zustande. Solche Störfelder können ihre Quellen in den Stahlbewehrungen von Zimmerwänden haben. Vor allem bei Betonbauten wird damit die Festigkeit der Gebäude sichergestellt.

... mehr zu:
»Magnetfelder »Störfelder


Es gibt nur wenige Spezialisten, die in der Lage sind, die Ursachen der Magnetfeld-Störungen aufzuspüren und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Einige wenige Firmen haben inzwischen den Bedarf erkannt und bieten die Messung von Magnetfeldern und die Entmagnetisierung oder Magnetfeld-Kompensation von Räumen oder Gebäuden als Dienstleistung kommerziell an.

An der Fachhochschule Jena besteht unter Leitung von Prof. Dr. Matthias E. Bellemann im Fachbereich Medizintechnik eine Projektgruppe mit einem Spezial-Labor für Magnetismus, das für solche Messungen sehr gut ausgerüstet ist.

Zusammen mit dem international renommierten Magnetismus-Experten Prof. Dr. Wilfried Andrä wurde die Arbeitsgruppe kürzlich beauftragt, die Ursachen für Monitor-Störungen in einem größeren Wohngebäude aufzuklären. Dabei stellte sich heraus, dass unerwartet große und stark lokalisierte Magnetfelder an fast allen Zimmerwänden vorhanden waren.

Ihre Stärke erreichte mit 250 Mikro-Tesla den sechsfachen Wert des Erdmagnetfeldes. Damit ist nach dem heutigen Kenntnisstand zwar kein gesundheitliches Risiko für den Menschen zu befürchten; der für Herzschrittmacher einzuhaltende Grenzwert liegt bei 500 Mikro-Tesla. Aber die Einwirkungen auf PC-Monitore liegen weit über dem erträglichen Wert und machen die Arbeit mit dem betroffenen Computer praktisch unmöglich.

Ungeklärt ist zur Zeit, ob derartige Störfelder auch Einfluss auf Geräte haben, die in zunehmendem Maße zur Funkablesung der Zähler für Wasser- oder Energieverbrauch eingesetzt werden.

Gegenwärtig werden Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt, die Störfelder bereits während der Bauphase zu vermeiden bzw. in bereits fertiggestellten Gebäuden zu eliminieren. Dadurch können Minderungen des Wohnwertes oder der gewerblichen Nutzungsmöglichkeit im Vorfeld vermieden bzw. mit geringem Aufwand beseitigt werden.

Kontakt: Prof. Dr. Matthias E. Bellemann
magnet@fh-jena.de

Sigrid Neef | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-jena.de

Weitere Berichte zu: Magnetfelder Störfelder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit
18.01.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“
17.01.2017 | EML European Media Laboratory GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik