Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachwerkhäuser sollen vor Erdbebenfolgen schützen

09.02.2005


Aufgrund vorhandener Studien entwickelte eine deutsch-iranische Ingenieursgruppe eine Bautechnik, die Bewohner in Entwicklungsländern im Falle eines Erdbebens vor einstürzenden Häusern bewahrt: Um Häuser ländlicher Umgebung und den Voraussetzungen eines kostengünstigen und zugleich sicheren Fundaments anzupassen, entschied man sich für die Konstruktion herkömmlicher deutscher Fachwerkhäuser.



Ein Jahr nach dem schweren Erdbeben im Süd-Iran, bei dem über 40.000 Menschen starben und fast 100.000 Iraner obdachlos wurden, hält sich eine Projektgruppe der Universität Wuppertal zur Unterzeichnung eines Entwicklungshilfe-Abkommens im Iran auf. Die Delegation um den Wuppertaler Bauingenieur Prof. Dr.-Ing. Georg Pegels hat an der Universität Isfahan einen Vertrag unterzeichnet, in dessen Folge jährlich 65 Studenten zu Bauingenieuren ausgebildet werden. Das letzte Studienjahr verbringen die Iraner in Wuppertal, um mit deutschen Studenten an gemeinsamen Projekten zu arbeiten und den Studienabschluss zu absolvieren. Die so ausgebildeten Bauingenieure sollen die von Prof. Dr.-Ing. Pegels und einer deutsch-iranischen "Mondialogo"-Projektgruppe entwickelten Fachwerkhauskonstruktionen selbstständig umsetzen. Mit Mondialogo wollen DaimlerChrysler und die UNESCO den interkulturellen Dialog fördern und für Verständnis zwischen den Kulturen werben.

... mehr zu:
»Erdbeben »Fachwerkhaus »Iran


Als Konsequenz der katastrophalen Folgen des Erdbebens im Dezember 2003 hatte Prof. Pegels den Kontakt mit der iranischen Universität in Isfahan aufgenommen und gründete eine Mondialogo-Projektgruppe. Das Ziel: "Erschwinglicher, erdbebensicherer Wohnungsbau in Entwicklungsländern". Aufgrund vorhandener Studien entwickelte die deutsch-iranische Gruppe eine Bautechnik, die Bewohner in Entwicklungsländern im Falle eines Erdbebens vor einstürzenden Häusern bewahrt. Um die Häuser der ländlichen Umgebung und den Voraussetzungen eines kostengünstigen und zugleich sicheren Fundaments anzupassen, entschied sich die die deutsch-iranische Gruppe für eine Konstruktion nach dem Vorbild klassischer deutscher Fachwerkhäuser.

Das herkömmliche Fachwerkhaus hat ein robustes Holzfundament. Weil der Rohstoff Holz im Iran aber nur schwer erhältlich ist, ersetzt das Projektteam das Holzfundament durch Stahl. Nahe der Isfahan University of Technology befindet sich übrigens eine geeignete Mine. Mit dem Bau erdbebensicherer Häuser will das Projektteam außerdem versuchen, das Problem der Verstädterung zu beeinflussen: Die Entstehung von Slums in den Vororten von Teheran kann durch den Bau zweistöckiger Einfamilienhäusern vermindert werden.

Die deutsch-iranische Projektgruppe beteiligt sich am ersten weltweiten "Mondialogo Engineering Award", den DaimlerChrysler gemeinsam mit der UNESCO 2003 initiiert hatte und in dem inzwischen über 3.000 junge Ingenieure und Techniker aus 79 Ländern in 350 internationalen Teams die Aufgabe hatten, nachhaltige Ideen für technische Probleme in Entwicklungsländern zu finden.

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Georg Pegels
Universität Wuppertal
Fachbereich D, Bauingenieurwesen-Maschinenbau-Sicherheitstechnik
Telefon 0202/439-4015, Fax -4033
E-Mail pegels@uni-wuppertal.de

DaimlerChrysler AG
Ursula Mertzig-Stein
Telefon 0711/17-93315, Fax -94531
ursula.mertzig-stein@daimlerchrysler.com

Michael Kroemer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mondialogo.org
http://www.uni-wuppertal.de/

Weitere Berichte zu: Erdbeben Fachwerkhaus Iran

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Doppelhaus mal anders - Elegantes Glas-Ensemble am Hang
02.05.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bauübergabe der ALMA-Residencia
26.04.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften