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Der Fliesenleger und der Gecko - PCI Nanolight

13.01.2005


Herbert Koch will endlich ”Nägel mit Köpfen” machen und sein Wohnhaus gründlich sanieren. Da in mehreren Räumen neue Fliesen ”fällig” sind, spricht er einen ortsansässigen Handwerker an. ”Ich habe einen hübschen Auftrag”, gibt er sich am Telefon betont generös.

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Beim Ortstermin erkennt der Fachmann sofort die Herausforderung, die sich hinter der scheinbar alltäglichen Aufgabe verbirgt. Benötigt werden sowohl Boden- als auch Wandfliesen, sicher kein besonderes Problem. Kopfzerbrechen bereitet indessen der uneinheitliche Untergrund. Kachel auf Kachel, Fliese auf PVC, Zementestrich oder Gipsfaser – der Koch’sche Haushalt hat beinahe die gesamte Palette des theoretisch Möglichen zu bieten.

Die Aufgabe des Fliesenlegers besteht in solchen Fällen darin, für jeden Untergrund das optimale Verlegematerial auszuwählen. Ein Problem, das nicht nur bei privaten Haushalten auftritt. Auch bei Großprojekten ist es oftmals erst vor Ort möglich, eine Entscheidung zu treffen: Ausschreibungen, aus denen sich für die Produktauswahl klare Vorgaben ableiten lassen, besitzen Seltenheitswert. Die komfortabelste und zugleich wirtschaftlichste Lösung ist der Einsatz eines universellen Fliesenklebers, der sich für alle Untergründe und keramischen Beläge gleichermaßen eignet. Bis vor kurzem gab es ein derartiges Produkt allerdings nicht.


Symbiose aus Leichtmörtel- und Nanotechnologie sorgte für Durchbruch

Auf der Suche nach einem regelrechten ”Allrounder” ist den Chemikern der zum Degussa Konzern gehörenden PCI Augsburg GmbH aber unlängst das Husarenstück geglückt. ”Schlüssel zum Erfolg war unsere Expertise auf dem Gebiet der Nanotechnologie”, erläutert Klaus Gunter Theobald, bei der PCI Augsburg für das Zentrale Marketing verantwortlich. Dabei herausgekommen ist PCI Nanolight, der erste universell einsetzbare Fliesenkleber.

Angesichts der Bezeichnung überraschend: PCI Nanolight enthält gar keine Nanopartikel. Vielmehr basiert die Innovation auf einer zum Patent angemeldeten Kombination spezieller Füllstoff- und Bindemittel. Diese Rezeptur ermöglicht wiederum eine Steuerung des Erhärtungsprozesses, um gezielt Nanostrukturen auszubilden. ”Je feiner diese sind, desto besser ist die Haftung”, unterstreicht Professor Manfred Schnell, an der Fachhochschule Augsburg für den Bereich Baustofflehre zuständig. Durch die Nutzung der Nanotechnologie werden auch die Hohlräume des Zements gefüllt.

”Je dichter die Zementmatrix ist, desto höher ist auch die Klebkraft und damit die Festigkeit des Mörtels”, argumentiert Schnell. Einen tieferen Einblick in den Mikrokosmos lieferten Aufnahmen, die mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops erzielt wurden. Dabei kam heraus: Solche Strukturen sind in der Lage, die Haftung über eine optimale Verzahnung entscheidend zu stärken. ”Beim normalen Beton ist ein derart starker Verbund nicht möglich, weil das Material viel zu grob strukturiert ist”, veranschaulicht Schnell.
Ergiebigkeit um 30 Prozent gesteigert

Dies ist aber nicht die einzige Trumpfkarte, die PCI Nanolight dem Baugewerbe zu bieten hat. Dem innovativen Produkt wird im Gegensatz zu herkömmlichen Klebern ein besonders hochwertiger und zudem extrem leichter Bestandteil zugemischt: ein Granulat aus Glaskügelchen, das industriell aus recyceltem Glasmehl hergestellt und als Blähglas bezeichnet wird. Es ist als Baustoff der höchsten Brandklasse A1 als ”nicht brennbar” klassifiziert. Im Klartext: Im Brandfall entstehen weder toxische Gase noch gesundheitsschädliche Dämpfe, womit PCI Nanolight auch die Anforderungen der Richtlinie Flexmörtel der Deutschen Bauchemie e.V. (Frankfurt a.M.) erfüllt, dem Spitzenverband von über 100 deutschen Herstellern bauchemischer Produkte.

Dank einer einzigartigen Kombination von Leichtfüllstoffen, bewährten Zuschlägen und Bindemitteln ist PCI Nanolight um 30 Prozent ergiebiger als herkömmliche Fliesenkleber. Die Verlegeleistung pro Sack steigt deutlich. Für den Verarbeiter ist dies von großem Vorteil. Herkömmliche Kleber müssen in 25-Kilogramm-Säcken vom Handwerker ”geschultert” werden. Bei PCI Nanolight ist dieser ”Kraftakt” nicht mehr nötig, da das Tragegewicht bei gleich großem Volumen nur noch 15 Kilogramm beträgt, was die körperliche Belastung erheblich verringert – ein zusätzlicher Nutzen für den Abnehmer. So kann das Material bei gleicher Ergiebigkeit in Tragesäcken aus Papier mit integriertem Griff verpackt werden, was bei den bisher viel schwereren Packungen unmöglich war.

PCI Nanolight eignet sich auch zum Ausgleichen und Ausbessern sowie Spachteln unebener Wand- und Bodenflächen vor den Verlegearbeiten. Hierbei schwankt die Kleberbett- oder Schichtdicke zwischen einem und 15 Millimeter. Diese Variationsbreite ermöglicht eine Verlegung der Fliesen sowohl in einer dünneren als auch dickeren Mörtelschicht (Dünnbett- bzw. Mittelbettverfahren). Zu den guten Verarbeitungseigenschaften gesellt sich bei PCI Nanolight eine hohe Standfestigkeit hinzu. Zudem ist es gelungen, scheinbar widersprüchlich klingende Anforderungen wie ”lange Offenzeit” und ”schnelles Abbinden” zu vereinen. Konkret bedeutet dies für PCI Nanolight: Bei einer klebeoffenen Zeit von rund 30 Minuten kann die belegte Fläche bereits nach etwa fünf Stunden begangen und verfugt werden. Eine Verlängerung der klebeoffenen Zeit ist für die Verlegung von Fliesen von unschätzbarem Wert. So kann die Position einer Fliese auch dann noch korrigiert werden, wenn diese bereits im Kleberbett fixiert ist.

Besonders eindrucksvoll kommen die Vorteile der Nanotechnologie an senkrechten Flächen zum Tragen. Aufgrund der außerordentlich guten Verzahnung und der daraus resultierenden Hafteigenschaften lassen sich auch schwerere Fliesen unter Erhalt der Korrekturmöglichkeit auf Anhieb fixieren. Dies erinnert an einen Gecko, der dank nanoskaliger Strukturen an den Füßen unter Erhalt seiner Flexibilität mühelos an senkrechten Wänden emporlaufen kann.

Hohe Anforderung in Schwimmbädern

Seit der Markteinführung konnte PCI Nanolight den anspruchsvollen deutschen Markt im Sturm erobern. ”Im ersten Jahr wurden bereits fünf Millionen Quadratmeter Gesamtfläche verlegt”, zieht Theobald Zwischenbilanz. Bis Ende 2004 sollen es insgesamt sieben Millionen Quadratmeter sein. Dementsprechend erstreckt sich die Palette der Referenzen bereits vom 70 m2 großen Mosaik-Kunstwerk im Nürnberger Hauptbahnhof bis zu einer insgesamt 12.500 m2 großen Fläche in der Therme Bad Wörishofen. In Schwimmbädern sind Kompetenz und Qualität besonders gefordert, weil hier die Ansprüche an den Kleber besonders hoch sind.

Da das Produkt zeitlich versetzt in verschiedenen europäischen Ländern eingeführt wurde, dominiert gegenwärtig Deutschland noch mit einem Marktanteil von 80 Prozent. Aber auch in anderen europäischen Ländern sind die Weichen auf Expansion gestellt. Die Degussa Kundschaft erstreckt sich bereits von England und Italien über Tschechien, Polen und Ungarn bis nach Russland. Dabei ist PCI Nanolight bisher bei allen in- und ausländischen Verarbeitern auf eine große Resonanz und Akzeptanz gestoßen. So zum Beispiel bei Hans-Werner Wilde, Objektleiter des Fliesenfachmarktes KWB in Gilching bei München.

”Mit PCI Nanolight habe ich einen einzigen Kleber zur Hand, den ich mit gutem Gewissen überall einsetzen kann”, freut sich Fachmann Wilde. Dies gilt auch für den Bau der Münchener Allianz Arena, an dem KWB beteiligt ist. Wilde im Klartext: ”Der Auftrag umfasst alle Groß- und Satellitenküchen sowie 32 Verkaufskioske des neuen Stadions – da werden wir das Beste vom Besten einsetzen.”

Weitere Informationen:

Hannelore Gantzer, Degussa AG, Bennigsenplatz 1, 40474 Düsseldorf; Tel: 0211-65041-371; e-mail: hannelore.gantzer@degussa.com

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.degussa.com

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