Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lärmbelästigung Wasserhahn

11.10.2004


Verärgern zu laute Armaturen Nachbars Ohren, müssen die verantwortlichen Sanitärbetriebe zahlen. Ein Prüfzeichen soll davor schützen. Auf billigen Armaturen sucht man es vergebens. Forscher untersuchten die Geräuschkulisse der "Schnäppchen".



Nur noch erschöpft ins Sofa sinken und die Ruhe genießen - denkste! Just in diesem Moment öffnet der Nachbar den Wasserhahn, und aus ist es mit der ersehnten Stille. Solche Geräuschbelästigungen sind keine Ausnahme, wenn Sanitärbetriebe billige Armaturen einbauen, die in Baumärkten verschleudert werden. Steigt der Schallpegel dieser vermeintlichen Schnäppchen in der Nachbarwohnung jedoch über 30 Dezibel (bewertet nach Frequenzkurve A für menschliches Gehör), verstößt dies gegen die gesetzlichen Schallschutzanforderungen nach DIN 4109. In diesem Fall ist der Sanitärbetrieb regresspflichtig. Müssen bei großen Wohnobjekten hunderte von Armaturen ausgetauscht werden, kann es die Firma schlimmstenfalls in den Ruin treiben.

... mehr zu:
»Sanitärbetriebe »Wasserhahn


Ein Überwachungszeichen, das gut sichtbar auf den Verpackungen angebracht ist, gibt Installateuren und Privatkunden einen Anhaltspunkt für die Lautstärke. Bei Gruppe I liegt der Armaturengeräuschpegel unter 20 dB(A), bei Gruppe II zwischen 20 und 30. Die Angabe der Gruppe findet sich auf dem Prüfzeichen rechts neben dem Schrägstrich. Bislang prangt dieses Zeichen jedoch meist nur auf teuren Markenartikeln. Wie sieht es mit Billigarmaturen aus, die es nicht tragen? Lärmen sie? Wie verlässlich ist das Überwachungszeichen? Forscher des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP haben die Geräuschkulisse von Marken- und Billigarmaturen exemplarisch für Einhand-Wanne/Brause-Batterien in einem akustischen Prüfstand untersucht. Der Wasserdurchfluss erzeugt in der Armatur Schwingungen, die sich über die Leitung auf eine genormte Wand übertragen. Diese strahlt sie als Luftschall in den angrenzenden Raum ab, wo ein Mikrofon den Geräuschpegel erfasst. Untersuchungsleiter Lutz Weber sagt zusammenfassend: "Billige Produkte weisen häufig akustische Mängel auf. 70 Prozent der Testobjekte überschritten den zulässigen Armaturengeräuschpegel von 30 dB(A) - der höchste Messwert betrug sogar 47, was in etwa dem Geräuschpegel leiser Radiomusik entspricht. Viele empfinden dies bereits als Ruhestörung."

Im Gegensatz zu Billigarmaturen sind Markenartikel mit Überwachungszeichen nicht lauter als zulässig - selbst wenn solche der Gruppe I ihren Grenzwert nicht immer einhalten. Ein wichtiger Grund für den niedrigen Geräuschpegel sind eingebaute Schalldämpfer. Sie kosten Geld, senken aber den Wert im Mittel um etwa 13 dB(A). "Wenn Schallschutzanforderungen bestehen", resümiert Weber, "raten wir Sanitärbetrieben grundsätzlich, nur Markenarmaturen mit Überwachungszeichen zu verwenden."

Ansprechpartner:
Dr. Lutz Weber
Telefon: 07 11 / 9 70-33 78, Fax: -34 06, lutz.weber@ibp.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Siegfried Efinger
Telefon: 07 11 / 9 70-33 53, efinger@ibp.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ibp.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Sanitärbetriebe Wasserhahn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Doppelhaus mal anders - Elegantes Glas-Ensemble am Hang
02.05.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bauübergabe der ALMA-Residencia
26.04.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften