Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Über das Athener Olympia-Stadion wölbt sich ein Dach aus Polycarbonat-Scheiben

05.08.2004


Makrolon® bei Olympia mit am Start


Wenn am 13. August dieses Jahres in Athen der Startschuss für die Olympischen Spiele fällt, kann sich auch das Stadion "Spyridon Louis"der Aufmerksamkeit der Welt sicher sein. Denn das Dach der Arena, in der die Eröffnungsfeier stattfindet, ist selbst "olympiaverdächtig" und gilt als Wunder der Baukunst. Gleich drei Rekorde kann die imposante, aber dennoch grazil wirkende Konstruktion, für sich verbuchen, die nach Entwürfen des renommierten spanischen Architekten Santiago Calatrava entstand. Sie gilt nicht nur als das größte Stadiondach der Welt, sondern auch als die größte Dachverscheibung überhaupt. Außerdem handelt es sich um das größte Dach, das jemals nachträglich über ein Stadion geschoben wurde. Die Verscheibungselemente des Daches sind hoch transparente, massive Kunststoff-Platten aus dem Polycarbonat Makrolon® der Bayer MaterialScience AG. Die bläulich schimmernden Scheiben sorgen für eine freundliche, offene und helle Atmosphäre in der Arena und geben den Blick frei in den griechischen Sommerhimmel.

Das Dach ist eine dynamische Hängekonstruktion. Hauptmerkmal sind zwei jeweils 300 Meter lange und im Scheitelpunkt 78 Meter hohe Metallbögen. Sie überspannen das Stadion in Längsrichtung und tragen jeweils ein an Doppelbogenträgern aufgehängtes Gewölbe. Insgesamt wiegt die Dachkonstruktion 17.000 Tonnen, überdeckt eine Fläche von fast 25.000 Quadratmetern und bietet 75.000 Zuschauern Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen.


Von den beiden großen Metallbögen gehen Drahtseile aus, an denen die 12 Millimeter dicken, knapp fünf Meter langen und einen Meter breiten Platten aus Polycarbonat befestigt sind. "Die Makrolon®-Platten kommen neben ihrer hohen Transparenz vor allem wegen ihres im Vergleich zu Glas deutlich niedrigeren Gewichts zum Einsatz. Der Architekt hat dadurch aus Gründen der Statik mehr gestalterische Freiheiten", erklärt Dr. Peter Schwarz vom Business Development für Polycarbonat-Platten bei Bayer MaterialScience. So wiegen die eingesetzten Platten nur etwa 14,4 Kilogramm pro Quadratmeter. Entsprechende Elemente aus Glas wären dagegen mehr als doppelt so schwer.

Ein spezielles Additiv im Kunststoff verschafft den Zuschauern Kühlung in der Sommerhitze. Es reflektiert einen Großteil der Wärmestrahlung des natürlichen Sonnenlichtes, der sichtbare Lichtanteil wird hingegen durchgelassen. Dadurch heizen sich die Luftmassen im Stadion nicht so stark auf. Ein weiterer Vorteil der mit einer Kratzfest-Lackierung versehenen Kunststoff-Platten ist ihre leichte Verarbeitbarkeit. "Sie können problemlos gesägt, gebohrt und geschnitten werden. Außerdem sind sie bruchsicher, was zusammen mit ihrem niedrigen Gewicht das Handling beim Verlegen erleichtert", so Schwarz.

So beeindruckend wie das Bauwerk selbst ist auch dessen Entstehung. Um den Umbau des Stadions nicht unterbrechen zu müssen, wurden die beiden Dachhälften unmittelbar neben dem Stadion separat aufgebaut. Nachdem die wichtigsten Arbeiten im Stadion abgeschlossen waren, wurden die 8.500 Tonnen schweren Dachhälften einzeln über ein spezielles Schienenwerk hydraulisch auf Gleitschuhen über das Stadion geschoben. Danach erfolgte die Montage der Polycarbonat-Platten.

Unter dem "Calatrava-Dome", wie das Stadiondach im Volksmund genannt wird, finden auch alle Leichtathletikwettkämpfe, das Fußballendspiel der Männer und die Abschlussfeier statt. Das Stadion verdankt seinen Namen Spyridon Louis, dem griechischen Sieger des Marathonlaufes bei den ersten olympischen Spielen der Neuzeit in Athen im Jahr 1896.

Hotline für Leseranfragen: Fax: (0221) 9902-160

| BayNews
Weitere Informationen:
http://www.bayermaterialscience.de
http://www.k2004.bayermaterialscience.de

Weitere Berichte zu: Dach Olympia-Stadion Polycarbonat Polycarbonat-Scheiben

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen
23.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Neues Mehrfamilienhaus-Konzept vom Ökohaus-Pionier
21.03.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen