Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methoden zur Sanierung historischer Bauten aus Schilfsandstein

20.07.2004


Expertenteam sucht nach neuen Methoden - Probesanierung könnte vielen historischen Bauten Hilfe bringen - DBU fördert mit 110.000 Euro


Probesanierungen an der romanischen St. Matthäuskirche in Melle, deren älteste Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen, sollen Aufschluss über neue Wege zur Rettung von Schilfsandstein geben.


Kommen Feuchtigkeit und Luftschadstoffe ihm zu nah, verhält sich Schilfsandstein ähnlich wie Blätterteig. Um den Zerfallsprozess zu stoppen, arbeiten Experten mit Hilfe der DBU nun an neuen Konservierungsmethoden. Foto: Architekturbüro Dodt.



Sie sind schön - und gefährdet: viele bedeutende Kulturgüter sind vom Verfall bedroht. Das gilt besonders für historische Bauten aus Schilfsandstein, wie sie häufig in Niedersachsen, Thüringen, Bayern und Ba-den-Württemberg vorkommen. Denn Schilfsandstein ist sehr empfindlich. Vor allem Umweltgifte aus der Luft und Feuchtigkeit machen ihm zu schaffen; im schlimmsten Fall zerbröselt er ähnlich wie Blätterteig. Schon seit Jahren wird darüber nachgedacht, wie man Schilfsandstein dauerhaft konservieren kann - bislang ohne durchgreifenden Erfolg. Das soll sich nun ändern: ein Expertenteam um das Norddeutsche Zentrum für Materialkunde (Hannover) forscht in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützten Modellprojekt an neuen Lösungen. Die wissenschaftlichen Untersuchungen und Probesanierungen an der romanischen St. Matthäus-Kirche in Melle (Niedersachsen) könnten Hilfe für viele bedrohte Kulturgüter bringen. Die DBU fördert das Projekt, das heute offiziell an den Start ging, mit 110.000 Euro.

... mehr zu:
»DBU »Sanierung »Schilfsandstein


Tüftelei vor Ort und im Labor

Die Experten vom Norddeutschen Zentrum für Materialkunde (ZMK) arbeiten in den kommenden Monaten gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege, dem mittelständischen Restauratorenbetrieb Paetzke (Hörstel) und dem Fachbereich Konservierung der Fachhochschule Hildesheim vor Ort und im Labor. Ziel ist es, sowohl Konservierungs- und Restaurierungsmethoden als auch entsprechende Produkte zu optimieren und anzuwenden.

Vergleichende Untersuchungen

Für eine möglichst breite Grundlage sollen neben der Matthäus-Kirche, deren älteste Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen, die Heilig-Geist-Kapelle in Bockenem und die Kirche St. Cosmas und Damian in Groß-Düngen (beide Landkreis Hildesheim) sowie das Rathaus in Osnabrück zu vergleichenden Untersuchungen herangezogen werden.

Modellprojekt in Niedersachsen - Nutzen für ganz Deutschland

"Das Projekt wird für viele Denkmalpfleger und mittelständische Restauratorenbetriebe in Deutschland von Nutzen sein, weil Schilfsandsteine als beliebtes Baumaterial an vielen wertvollen historischen Bauwerken vorkommen und extrem empfindlich gegenüber Umweltbelastungen sind", betonte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwed-de heute in Melle. Eine Fachtagung zum Abschluss des Projektes sowie eine Daten-bankdokumentation stellten sicher, so Brickwedde weiter, dass die breite Fachöffentlichkeit über die Ergebnisse informiert werde. Durch die Einbeziehung der Fachhochschule Hildesheim flössen die Forschungsergebnisse zudem direkt in die Ausbildung junger Restauratoren.

| DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: DBU Sanierung Schilfsandstein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Neues Forschungsprojekt: Vorausschauende Techniken für Fassaden und Beleuchtung von Bürogebäuden
17.07.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht „Mein Ideenhaus“ – Das neue Aktionshaus von Baufritz
10.07.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie