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Nachhaltige Gebäudesanierung für nachhaltige Stadtteile -HQE²R

29.04.2004


Welchen Beitrag kann die raumwissenschaftliche Forschung zur Europäischen Integration leisten?



Das Projekt HQE²R entwickelt einen europaweit anwendbaren methodischen Rahmens für eine nachhaltige Entwicklung von städtischen Teilräumen und leitet konkrete Handlungsoptionen für die beteiligten Städte ab. 10 Forschungseinrichtungen und 13 Fallstudienstädte aus sieben europäischen Ländern arbeiten daran, so auch das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden.



HQE²R - Haute Qualité Environnementale et Economique Réhabilitation
Raumwissenschaftliche Forschung in Europa


Welchen Beitrag kann die raumwissenschaftliche Forschung zur Europäischen Integration leisten? Am Vorabend des historischen Termins der Osterweiterung stellt das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung aus Dresden vom 27.04.-30.04.2004 jeweils täglich ein ausgewähltes Forschungsprojekt aus europäischen Verbundprojekten vor.

Nachhaltige Gebäudesanierung für nachhaltige Stadtteile

Das Projekt, an dem das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) beteiligt ist, verfolgt zwei Hauptziele: Einmal die Entwicklung eines europaweit anwendbaren methodischen Rahmens für eine nachhaltige Entwicklung von städtischen Teilräumen, zum anderen die Ableitung konkreter Handlungsoptionen für die beteiligten Städte. Der Stadtteil Löbtau in Dresden ist zusammen mit Stadtteilen anderer europäischer Städte Partner-Stadtteil im internationalen Projekt HQE²R.

Das frühere Arbeiterwohnviertel Löbtau am westlichen Rand des Dresdner Zentrums kann auf enorme Sanierungsfortschritte in den letzten Jahren bei den Gebäuden verweisen. Hohe Fluktuation bei Zu- und Wegzug in diesem Stadtteil führte allerdings dazu, dass es weniger Möglichkeiten zur Entwicklung einer eigenständigen Identität und sozialer Netze gab. Von Bedeutung für Löbtau ist es daher, die Verbesserung der Wohnsituation in eine im breiteren Sinne nachhaltige Entwicklung des Stadtteils zu überführen, in der soziale, umweltbezogene und ökonomische Ziele Hand in Hand gehen.

Europäische Dimension

Das Projekt wurde als europäisches Forschungs- und Demonstrationsprojekt im 5. Forschungsrahmenprogamm der EU gefördert und durch die größte französische Bauforschungseinrichtung CSTB (http://www.cstb.fr) geleitet. Es kooperieren 10 Forschungseinrichtungen und 13 Fallstudienstädte aus sieben europäischen Ländern, dabei neben Deutschland, Großbritannien und Frankreich auch Dänemark, die Niederlande, Italien und Spanien. Partner in Deutschland sind das IÖR und das Stadtplanungsamt Dresden.

Gebiet

Zum Dresdner Beispiel-Stadtteil Löbtau wurde zunächst eine Bestandsaufnahme durchgeführt und die Ergebnisse zusammen mit denen anderer Fallstudienstädten auf verschiedenen internationalen HQE²R-Veranstaltungen präsentiert und diskutiert. Auf diesen Resultaten aufbauend wurden verschiedene Entwicklungsszenarien durchgespielt und mit dem Instrumentarium des Projekts auf ihren Nutzen für die nachhaltige Entwicklung getestet. Seit der Elbe-Flut 2002 sind Schadensbehebung und Hochwasserschutz wichtige Themen der Stadtentwicklung auch im Projektgebiet, das direkt an dem Nebenfluss der Elbe die Weißeritz angrenzt. Die Ergebnisse der Szenariodiskussion legen nahe, diese Aufgaben mit Maßnahmen der Verkehrsentwicklung (Lärmschutz) und der Freiraumentwicklung zu verbinden. Diese Aufgabenfelder haben sich (unter anderen) für alle Szenarien als wesentliche Handlungsfelder erwiesen. Eine Präsentation der Ergebnisse zu allen HQE²R Partner-Stadtteilen wird in Kürze auf der Internetseite des Projekts eingestellt (http://hqe2r.cstb.fr).

Nutzen für die BürgerInnen

Der HQE²R-Ansatz bietet Instrumente und Verfahren, die dazu beitragen sollen
- Bügerbeteiligung zu stärken,
- das historische Erbe und natürliche Ressourcen verantwortungsvoll zu nutzen,
- die lokale Umweltqualität zu verbessern,
- ein vielfältiges Angebot an Wohnraum und Infrastruktur für unterschiedliche Bevölkerungs- und Nutzungsgruppen zu gewährleisten,
- den Stadtteil in die Gesamtstadt einzubinden,
- Identitätsbildung und soziale Netze zu stärken.

Laufzeit und Finanzvolumen

Das Projekt HQE²R hat im Juli 2001 begonnen und endet im März 2004. Es wurde mit 114.000 Euro durch die EU gefördert.


Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. in Dresden

Durch seine Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung und Beratung entwickelt das IÖR Konzepte für eine dauerhaft-umweltgerechte Raumentwicklung von Städten und Regionen. Das Institut bietet diese Lösungen Verwaltungen, Politkern, Fachleuten und Bürgern an, um eine nachhaltige Entwicklung in verschiedenen Sektoren zu fördern.

Ansprechpartner zum Projekt:
Andreas Blum
Tel.: (03 51) 46 79-245
E-Mail: A.Blum@ioer.de


Dr. Carsten Kolbe | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioer.de
http://hqe2r.cstb.fr

Weitere Berichte zu: Gebäudesanierung HQE²R Raumentwicklung

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