Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Demographischer Wandel: Chance oder Gefahr für den ökologischen Umbau von Städten und Regionen?

17.03.2004


Sinkende Bevölkerungszahlen, Alterung der Bevölkerung sowie internationale, nationale und regionale Wanderungsbewegungen führen zu gravierenden Veränderungen sozialer, ökonomischer und räumlicher Strukturen und Funktionen. Besonders betroffen ist bereits heute Ostdeutschland, zunehmend wird dies aber auch in Westdeutschland zur politischen Herausforderung werden. Dies wurde bisher kaum in Zusammenhang mit Anforderungen, Konzepten und Projekten der ökologischen Siedlungsentwicklung diskutiert. Rund 40 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis befassten sich daher im Rahmen einer dreitägigen Veranstaltung im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal mit der Frage "Demographischer Wandel: Chance oder Gefahr für den ökologischen Umbau von Städten und Regionen?"


Die Tagung wurde mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gemeinsam vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden sowie vom Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (ies) an der Universität Hannover veranstaltet.

Nach einer Einführung in die Tagungsthematik durch Prof. Dr. Heiderose Kilper vom ies stellten Prof. Bela Dören vom Deutschen Städtetag und Bürgermeister a. D. Klaus Fleck vom Deutschen Städte- und Gemeindebund die Sicht der kommunalen Spitzenverbände dar. Anschließend vertieften die Teilnehmer die Thematik in Arbeitsgruppen zu Auswirkungen des demographischen Wandels auf eine nachhaltige Siedlungs- und Freiraumentwicklung, auf ökologische Modellprojekte sowie auf technische Infrastruktur und Mobilität.

Unter Leitung von Professor Dr. Bernhard Müller vom Institut für ökologische Raumentwicklung wurden die Ergebnisse der Tagung abschließend diskutiert. "Soziale und technische Infrastruktur kann nicht gleichermaßen wie die Bevölkerungsgröße schrumpfen. Bisherige Konzepte einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung gehören auf den Prüfstand", so fasste er das Resultat zusammen.

Die Ergebnisse der Tagung sind in der "Marienthaler Erklärung - ein Aufruf zur Diskussion" mit dem Titel "Demographischer Wandel - Herausforderung für eine ökologische Siedlungsentwicklung" thesenartig zusammengefasst. Auch wenn keinesfalls von völlig gesicherten Erkenntnissen über zukünftige Entwicklungen bzw. deren sich verstärkende oder auch gegenseitig neutralisierenden Wirkungen ausgegangen werden kann, so lässt sich doch Folgendes festhalten:

1. Von den Auswirkungen des demographischen Wandels sind alle Aspekte der ökologischen Siedlungsentwicklung betroffen: Flächenverbrauch, Freiflächenentwicklung, Entwicklungen des Wohnungsbestands, Bestandsnutzung, Öffentlicher Nahverkehr, Wasserver- und Abwasserentsorgung, Abfallkonzepte, Nutzung erneuerbarer Energien, energie- und ressourcenschonendes Bauen und Wohnen.

2. Zu einer an ökologischen Prinzipien ausgerichteten Siedlungsentwicklung gibt es keine Alternative. Im Gegenteil - ökologische Siedlungsentwicklung muss aus dem Experimentierstadium heraustreten und zur selbstverständlichen Regel des Planens und Handelns werden. Hier sind die Kommunen in ihrer Planungshoheit ebenso gefordert wie Bund und Länder, die ihre Förderprogramme und -mechanismen entsprechend überprüfen sollten.

3. Konzepte der ökologischen Siedlungsentwicklung müssen sich auf den groß- und kleinräumig sehr unterschiedlich ablaufenden demographischen Wandel einstellen und Lösungen für dadurch neu entstehende oder bereits heute vorhandene Probleme finden. Dabei sind stärker als bisher die Nutzung bzw. der ökologische Umbau des Bestands sowie die Bedürfnisse älterer Menschen und Singles, insbesondere aber auch von Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Politik, Verwaltung und Wissenschaft sind gefordert, zukunftsweisende Konzepte zu entwickeln.

Einen ausführlichen Tagungsbericht oder einen vertiefenden Beitrag zu einzelnen Aspekten stellen wir nach Absprache gern zur Verfügung.

Ansprechpartner:

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR), Dresden
Dr. Carsten Kolbe, Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (0351) 46 79-241, E-Mail: c.kolbe@ioer.de

Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung GmbH an der Universität Hannover
Dipl.-Ing. Oliver Fuchs, Abt. Stadt und Region
Tel: (05 11) 39 97-288, E-Mail: fuchs@ies.uni-hannover.de

Birgit Hantusch | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioer.de/presse/pdf/Marienthaler Erklaerung_17_03_2004.pdf
http://www.ioer.de/presse/pdf/pr120304_1.pdf
http://www.ioer.de/presse/pdf/pr120304_2.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Holzhäuser bei grauer Energie im grünen Bereich
22.06.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Wie Menschen Schäden an Gebäuden wahrnehmen
22.06.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive