Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wolkenkratzer mit der Hand verschieben

17.02.2004


ARTHUR, der Augmented Round Table for Architecture and Urban Planing, unterstützt Architekten und Bauherren bei der Planung neuer Projekte. ARTHUR realisiert die Pläne als virtuelle 3-D-Modelle und erlaubt die ad hoc Modifikation der Entwürfe. Fraunhofer FIT präsentiert das System auf der CeBIT.




Der Architekt präsentiert das maßstabgetreue Modell des geplanten Einkaufszentrums. Planer, Kollegen und Bauherren begutachten das Gebäude und diskutieren den Entwurf. In dem Review wird schnell klar, dass noch einige Änderungen notwendig sind. Doch diese Modifikationen wieder in ein neues Modell einzuarbeiten, kostet Zeit. Die Entwicklung verzögert sich.

... mehr zu:
»ARTHUR »FIT »Wolkenkratzer


Anders bei ARTHUR. "Mit dem Augmented Round Table for Architecture and Urban Planing kann das virtuelle Modell direkt am Tisch bearbeitet werden - auch von mehreren Nutzern gleichzeitig", erläutert Dr. Wolfgang Broll vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT das System. "Die Änderungsvorschläge werden sofort visualisiert, jeder Gesprächspartner ist gleich im Bilde. Das macht den langwierigen Modellbau überflüssig."

Kernstück von ARTHUR ist ein interaktives Augmented Reality-System. Augmented Reality, zu deutsch Erweiterte Realität, stellt ergänzend zur realen Welt Informationen aus der virtuellen Welt bereit. Bei ARTHUR wird der Entwurf eines geplanten Gebäudes als virtuelles 3-D-Modell realisiert. Dieses Modell können Planer in Besprechungen präsentieren.

Die Teilnehmer des Meetings tragen halbtransparente Projektionsbrillen. Diese blenden die 3-D Modelle in das natürliche Blickfeld ein und erlauben gleichzeitig eine gute Sicht auf die reale Umgebung. Jedes virtuelle Objekt ist mit einem realen Platzhalter verbunden. So kann der Entwurf direkt bearbeitet werden. Soll etwa ein Gebäude zwei Meter weiter von der Straße gebaut werden, muss man nur den entsprechenden Platzhalter versetzen.

"Eine möglichst natürliche und intuitive Handhabung der virtuellen Objekte ist unser erklärtes Ziel", so Broll, "Die Steuerung des Systems durch Gestik ist hier ein Realisationsansatz." Aktuell erkennt das System fünf so genannte "Command Gestures", nämlich die Finger der Hand. Damit wird die Hand des Benutzers zur Maus. Das Tracking System lokalisiert dabei die genaue Position der Zeigefingerspitze. Mit dem Fingern können nun Kurven gezeichnet oder Objekte manipuliert werden. Eine Click-Geste ersetzt den herkömmlichen Mouse-Click.

ARTHUR lässt sich auch mit Simulationsverfahren koppeln. "Die Planer können zum Beispiel sehen, wie Besucherströme laufen und feststellen, wie sich der Personenfluss verändert, wenn man das Gebäude verschiebt", beschreibt Broll die weiteren Vorzüge des Systems. Auch wie sich das geplante Gebäude im Sommer aufwärmen wird, kann schon vorab am virtuellen Modell simuliert werden. Wird es zu heiß, lässt sich der Entwurf noch frühzeitig ändern.

Entwickelt wird ARTHUR in einem EU-Projekt, an dem Forscher von FIT gemeinsam mit Kollegen der University College London, der Aalborg University (Dänemark), Saabtech (Schweden) und den Architekten von Foster and Partners sowie Linie 4 Architekten (Deutschland) arbeiten.

Kontakt:
pr@fit.fraunhofer.de

Alex Deeg | idw
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: ARTHUR FIT Wolkenkratzer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

nachricht Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen
23.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise