Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Analyse von Gebäuden durch Prädiktionsverfahren

09.09.2003


Statiker müssen per Gesetz wissen, wie sicher und stabil ihre Konstruktionen sind. Darüber hinaus müssen sie vertiefte Kenntnisse darüber besitzen, wie sich die strukturelle Unversehrtheit von Gebäuden über einen langen Zeitraum und unter widrigen und oft auch unerwarteten Bedingungen entwickelt. Zu diesem Zweck wurden fortschrittliche Analysesysteme entworfen. Eines davon sind Belastungs-Zeit-Diagramme.



Die Statik ist zu einem Berufszweig geworden, in der Software für das computergestützte Konstruieren (Computer-Aided Design, CAD) und Berechnungsprogramme längst unentbehrliche Hilfsmittel sind. Solche Programme sind inzwischen so verbreitet, dass sich ihre Anwender zur Gewinnung eines Verständnisses über die strukturelle Unversehrtheit und Zuverlässigkeit der Konstrukltionen nur allzu oft fast ausschließlich auf die Daten dieser Programme verlassen. Problematisch wird es allerdings, wenn einmal eine Struktur ihren Belastungen nicht mehr standhält, denn dann müssen die Ingenieure herausfinden, wie es dazu kommen konnte. Warum hat eine Gebäudestruktur versagt, wenn doch alle Daten und alle zugrunde gelegten Spezifikationen ihre Zuverlässigkeit bestätigt haben?



Dach neuesten technologischen Entwicklungen zur Beurteilung der Zuverlässigkeit von Gebäudestrukturen stehen den Ingenieuren jetzt zuverlässigere wahrscheinlichkeitstheoretische Verfahren zur Bewertung der strukturellen Unversehrtheit und des Langzeitverhaltens von Gebäuden zur Verfügung. CAD-Systeme ermöglichen allerdings nur deterministische Analysen. Und genau darin liegt das größte Dilemma der Statik: Wie erzielt man bessere Analysen auf der Grundlage wahrscheinlicher Werte, wenn herkömmliche Verfahren nur auf deterministischen Werten basieren?

Die Entwicklung dieses tschechischen Forschungsinstituts führt jetzt beide Analysetypen durch sein Verfahren des Belastungs-Zeit-Diagramms zusammen. Diese innovative Technologie liefert zuverlässige Daten durch vergleichende Analyse der berechneten Ausfallwahrscheinlichkeit gegenüber der Auslegungs- oder Zielwahscheinlichkeit. Kurz gesagt, bereitet sie wahrscheinlichkeitstheoretische und deterministische Daten zu Informationen auf, die vom Ingenieur interpretierbar sind. Da sie außerdem auf einem Monte-Carlo-Simulations-Tool basiert und Zugriff auf Datenhistogramm-Ausdrücke hat, kann der Konstrukteur sie unmittelbar beeinflussen. Diese bedeutet, dass die Analyse nicht mehr rein passiv abläuft, wobei der Ingenieur lediglich vorgeschriebene Daten interpretiert, sondern den Ingenieuren als aktives Hilfsmittel zum Ableiten, Prognostizieren, Testen und Analysieren wahrscheinlicher Ausfallursachen dient.

Mit der Entwicklung der simulationsbasierten Zuverlässigkeitsanalyse, wie sie durch das Verfahren der Belastungs-Zeit-Diagramme möglich geworden ist, steht den Ingenieuren jetzt ein leistungsstarkes und per Internet zugängliches Tool zur Verfügung, das sowohl die Wissenschaft von der strukturellen Unversehrtheit von Gebäudestrukturen als auch die Computerkodierung das dafür entwickelten Programme voran bringen dürfte.

Kontakt:

Klara Cerna
Technology Centre AS CR
Rozvojova 135, 165 02 Prague 6
Czech Republik
Tel: +420-2-203-90-722
Fax: +420-2-209-22-698
Email: cerna@tc.cas.cz

Klara Cerna | ctm
Weitere Informationen:
http://www.tc.cas.cz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Holzhäuser bei grauer Energie im grünen Bereich
22.06.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Wie Menschen Schäden an Gebäuden wahrnehmen
22.06.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive