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Fortschritte bei Fertigdecken aus Beton

21.08.2003


Ein Team der FH Gießen-Friedberg hat in Kooperation mit einem Unternehmen Verfahren entwickelt, die zur Erhöhung der Sicherheit von Betondecken beitragen und Abläufe bei deren Produktion vereinfachen können.


Projektmitarbeiter bereiten einen Testlauf in der Versuchsanlage der FH vor.



In vielen Gebäuden verwendet man heute Flachdecken aus Beton, die als Fertigteile geliefert werden. Die Hersteller solcher Fertigdecken müssen, was Qualität und Sicherheit betrifft, hohe Anforderungen erfüllen. Vor allem aus der Bewehrung der Betonplatten mit Metall oder der Ausstattung mit speziellen Dübelleisten resultieren aufwändige und kostspielige Produktionsabläufe im Werk. Hier können Entwicklungsarbeiten Fortschritte bringen, mit denen sich ein Team der Fachhochschule Gießen-Friedberg befasst.

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Prof. Dr. Gerd Günther, der Massivbau und Baustatik am Fachbereich Bauwesen der FH lehrt, leitet dort seit einigen Jahren ein Projekt mit dem Titel "Experimentelle und analytische Untersuchungen zum Durchstanzen von Flachdecken". Diese Arbeiten werden vom Bundesministerium für Forschung und Technologie finanziell unterstützt. Das FH-Team kooperiert dabei auch mit Partnern aus der Industrie, z. B. mit der Firma Schmid Betonbau in Hungen, die für die aktuellen Versuche die Prüfobjekte herstellte.

Zum "Durchstanzen" von Flachdecken kann es kommen, wenn Einzelstützen an einer Stelle konzentriert eine solche Last auf die Betonplatte übertragen, dass sie reißt oder bricht. Nach den einschlägigen Regelwerken (DIN, Eurocode), die Bemessungsstandards für die Baupraxis festlegen, müssen Fertigdecken so konstruiert und materialtechnisch gestaltet sein, dass sie genügend Widerstand gegen das Durchstanzen aufweisen. Um den Nachweis der Bruchfestigkeit einer Produktionsserie führen und die Deckenstärke praxisgerecht bemessen zu können, werden Versuchsreihen mit Belastungstests ausgeführt.

Auf diesem Gebiet hat Prof. Günthers Forschungsgruppe an der Fachhochschule neue Ansätze konzipiert und innovative Methoden entwickelt. Die bisherigen Untersuchungen in der Versuchsanlage der FH brachten neue Erkenntnisse z.B. zum Verhalten von Rand- und Eckstützen im Unterschied zu Innenstützen, zu den Reaktionen verschiedener Betone sowie zur Entwicklung und Optimierung neuer Komponenten, die den Widerstand gegen das Durchstanzen erhöhen. Daraus resultieren verfahrenstechnische Verbesserungen und inzwischen auch zwei Patentanmeldungen: Neuartige Einbauteile aus Stahlblech können die notwendige Tragfähigkeit der Betondecken sicherstellen und die Produktionsabläufe vereinfachen. Damit sind sie sehr gut geeignet für den Einsatz im Fertigteilwerk. Unter technischen und ökonomischen Gesichtspunkten bieten sie sich als attraktive Alternative zu den bisher gebräuchlichen Bewehrungskonstruktionen an.

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-giessen.de

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