Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wärme, Wasser und Meersalz lassen Fassaden bröseln

20.05.2003


Die Fachhochschule Gelsenkirchen beteiligt sich gemeinsam mit der Universität Dortmund an einem deutsch-kubanischen Forschungsprojekt zum Fassadenschutz von Gebäuden in tropischem Seeklima. Materialwissenschaftler und Baustoffexperten suchen nach der stabilen Außenhaut für historische Gebäude.


Sonne, Salz und Sprühwasser lassen auf Kuba die Fassaden bröckeln, auch an dem "Calzada" heißenden Vorlesungsgebäude des nationalen Wissenschaftsrates. Foto: FHG/WB



Die Postkartenansicht von Kuba zeigt Palmen im Wind, Strände am Meer und neoklassizistische Fassaden vergangener Kolonialtage. Doch das pittoreske Idyll bröckelt: Die tropisch hohe Luftfeuchtigkeit, die Wärme und das vom Wind aufs Land getragene Meersalz greift die Gebäudefassaden an, egal ob sie aus Naturstein, aus Ziegeln oder aus Beton gebaut wurden. Algen und Pilze beschleunigen den Zerfall zusätzlich. In einem gemeinsamen dreijährigen Forschungsprojekt, das auf Initiativen des Dortmunder Instituts für Spektrochemie und angewandte Spektroskopie (ISAS) zurückgeht, wollen der Lehrstuhl für klimagerechte Architektur und Bauphysik an der Universität Dortmund und die Arbeitsgruppe für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung an der Fachhochschule Gelsenkirchen im Verbund mit dem "Consejo nacional del investigaciones scientificas" sowie einem international tätigen Unternehmen für Bautenschutzsysteme die Zerfallsprozesse analysieren und geeignete Gegenmaßnahmen vorschlagen.

... mehr zu:
»Fassaden »Meersalz »Wasser »Wärme


Geforscht wird an insgesamt sechs Bauwerken aus unterschiedlichem Material. An ihnen wurden Testflächen angelegt, an denen halbjährlich die Eindringtiefe der Feuchtigkeit und über einen Farbtest sowie biologische Analysen der Befall- und Verwitterungsgrad gemessen werden. Zusätzlich gibt es Bewitterungsstände, an denen weitere Testfassadenteile der Kombination aus Sonne, Wasser und Wärme ausgesetzt werden. Als Vergleichsgröße werden zusätzlich im außertropischen Dortmund Versuchsstände untersucht.

Eins steht schon jetzt - nach anderthalb Jahren Forschungstätigkeit - fest: Die Gebäude nur abzustrahlen und einen Schutzanstrich auf die Fassade zu pinseln, wird nicht reichen. Eher wird der Lösungsvorschlag dahin gehen, die Fassaden mit mehrschichtigen Kunstharzen zu tränken, um sie undurchlässig für Salzwasser zu machen.

Das Forschungsprojekt wird gefördert vom internationalen Büro des Bundesbildungs- und -forschungsministeriums, das jährlich rund 20.000 Euro zur Kostendeckung beiträgt. Das ISAS hat einen Messwagen mit Geräten zur Erfassung meteorologischer und luftchemischer Kenngrößen als Sachspende zur Verfügung gestellt. Viel teurer jedoch wird es voraussichtlich werden, wenn der Gebäudeschutz auf Kuba später flächendeckend greifen soll. Projektleiterin Prof. Dr. Waltraut Brandl: "Das geht in die Millionen, viel Geld, das aber den Erhalt des Weltkulturerbes Havanna sichern könnte."

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Prof. Dr. Waltraut Brandl, Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (0209) 9596-168 oder 9596-855 (Sekretariat), Telefax (0209) 9596-170, E-Mail waltraut.brandl@fh-gelsenkirchen.de

Dr. Barbara Laaser | idw

Weitere Berichte zu: Fassaden Meersalz Wasser Wärme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes Architektenhaus mit landestypischen Design-Elementen
15.02.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Großprojekte: Auf den Start kommt es an - Projekt zur Optimierung komplexer Bauvorhaben gestartet
03.02.2017 | Technische Universität Braunschweig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung