Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bauen mit Klärschlamm

15.04.2003


Institut für Siedlungswasserwirtschaft entwickelt neues Verwertungskonzept

Wohin mit dem Klärschlamm, der bei der Abwasserreinigung anfällt? Deponieren, verbrennen oder als Dünger in der Landwirtschaft nutzen? Forscher am Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISWW) der Universität Karlsruhe unter Leitung von Professor Dr. Hermann H. Hahn entwickeln derzeit eine interessante Alternative: Aus dem unvermeidlichen Abfallprodukt soll ein hochwertiger Baustoff entstehen.

Vorbild ist die Herstellung von Blähton: Die mit Luft durchsetzten Tonperlen machen Beton leichter und wärmedämmfähiger; aus Zement und Blähton gefertigte Mauersteine sind mit hochporosierten Ziegelprodukten vergleichbar. Bei der herkömmlichen Fertigung der so genannten Leichtzuschlagstoffe werden Kügelchen aus Ton mit organischen Bestandteilen geformt und gebrannt. Dabei verbrennen die organischen Stoffe, und die Gase, da sie durch die schmelzartige Erweichung des Tones nicht entweichen können, blähen die Kügelchen auf.

Bei der Leichtzuschlagherstellung aus Klärschlamm bewirken dessen brennbare Komponenten nicht nur das Blähen, sondern liefern auch die zum Brennen benötigte Energie, und der Aschegehalt übernimmt die Funktion des Tons. Das fertige Produkt eignet sich ebenso gut zum Bauen wie Blähton. Mancher Bauherr wird fragen: Stinkt das nicht? "Nach minutenlangem Brennen über 1100 Grad Celsius bleibt keinerlei Geruch übrig", versichert Projektsachbearbeiter Johannes Kraus vom ISWW. Überdies würden organische Spurenschadstoffe zerstört und Schwermetalle so eingebunden, dass sie quasi nicht mehr auswaschbar seien.

Mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums, der Stiftung Energieforschung Baden-Württemberg und der EnBW-Tochter Mobile Schlammentwässerungs-GmbH schaffen die Forscher am ISWW nun in weiteren Laborversuchen die Grundlagen für eine angenäherte technische Produktion.

Nähere Informationen:
Johannes Kraus
Institut für Siedlungswasserwirtschaft
Universität Karlsruhe
Telefon 0721 - 608-7722
E-Mail: Johannes.Kraus@isww.uni-karlsruhe.de

Johannes Kraus | Universität Karlsruhe
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de

Weitere Berichte zu: Blähton ISWW Klärschlamm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht BAUFRITZ-Musterhaus - Tradition im hier und jetzt: Heimat 4.0
07.05.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Gute Raumakustik in Arbeitsumgebungen: Konzentrierter arbeiten im Büro
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics