Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Positive Energiebilanz von "Recycling-Häusern"

10.03.2003


Das "Mensch-Haus-Umwelt Gebäude" im Technologiepark Paderborn



Dass energiefreundliche Gebäude nicht nur nach deren Energieeffizienz beurteilt werden dürfen, fordert Dirk Prior von der Universität in Paderborn. Sein Projekt "Mensch-Haus-Umwelt Gebäude" verknüpft verschiedene Aspekte seiner gesamten ökologischen Bewertung, dazu zählen auch die Verwendung der Baumaterialien. Der Forscher war Gast beim World Sustainable Day,der derzeit in Wels stattfindet.



"Allein der Herstellungsenergiebedarf der Baumaterialien für ein durchschnittliches in Stein- oder Betonbauweise errichtetes Gebäude entspricht dem Heiz- und Strombedarf des Gebäudes für 20 Jahre", so Prior, der gemeinsam mit Jürgen Voss, Leiter des Instituts für gesamtökologischen Wohnungsbau, das Bauvorhaben durchgeführt hat. Wenn für die Errichtung eines Gebäudes etwa gebrauchte Materialien verwendet werden, wirke sich das auf die Ökobilanz des Baus aus. Für das "Mensch-Haus-Umwelt Gebäude" in Paderborn verwendeten die Wissenschaftler 90 Stahlraumzellen, die auf Halde lagen. "Würden diese Stahlraumzellen explizit für diesen Bau hergestellt werden, wäre der damit verbundene Energieeinsatz gegenüber möglichen Alternativen einer Holz-, Mauerstein- oder Betonkonstruktion nicht zu rechtfertigen", erklärt Prior. "Der umgesetzte Recyclinggedanke ist also nicht nur ein ökonomisches Mittel, sondern vielmehr eine konsequente Umsetzung des gesamtökologischen Ansatzes". Vereinfacht lasse sich feststellen, dass Materialien, die eine längere Produktionskette durchlaufen haben, vor allem solche, die eine thermische Behandlung bei hohen Temperaturen erfahren haben, einen erheblich größeren Energiebedarf aufweisen als Materialien, die "naturnah" eingesetzt werden können. In einer ganzheitlichen Betrachtung finden solche Berechnungen jedenfalls statt. Nach einem Zusammenfügen aller einzelnen angewendeten Materialien ergebe sich eine neue Berechnung des Energiebedarfs.

Das Modellprojekt "Mensch-Haus-Umwelt Gebäude" im Technologiepark Paderborn wurde im April 2000 fertiggestellt. Der Herstellungsenergiebedarf des Objekts liegt bei 870 Euro je Quadratmeter, das Gebäude wurde in einer Bauzeit von nicht einmal 80 Arbeitstagen errichtet. "Das Bürohaus ist eine echte Symbiose zwischen Ökologie und Ökonomie", so Prior. Wären die tragenden Gebäudeteile aus neuen Stahlraumzellen gebaut worden, würde die gesamte Energiebilanz der Errichtung auf das über Sechsfache ansteigen. "Da die Erstellung eines Gebäudes insgesamt ein energieintensiver Prozess ist, auch wenn bei langer Nutzung der Herstellungsenergieeinsatz durch den Betriebsenergieeinsatz übertroffen wird, bietet erst eine gesamtenergetische Betrachtung eine fundierte Aussage über den tatsächlichen Energiebedarf", so Prior.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www-eev.uni-paderborn.de/mhu_uni/mhu.htm (
http://www.esv.or.at

Weitere Berichte zu: Energiebilanz Recycling-Häuser Stahlraumzellen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes Architektenhaus mit landestypischen Design-Elementen
15.02.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Großprojekte: Auf den Start kommt es an - Projekt zur Optimierung komplexer Bauvorhaben gestartet
03.02.2017 | Technische Universität Braunschweig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie