Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umwelt und Gesundheit: Systematische Bewertung von Bauprodukten wird möglich

26.09.2002


Schema zur Überprüfung von gesundheitsschädlichen Stoffen aus Bauprodukten für Testphase freigegeben



Bauprodukte müssen auf gesundheitliche Risiken von Inhaltsstoffen, die sie in den Innenraum abgeben könnten, bewertet werden. So schreibt es das Bauproduktengesetz vor. Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) hat nun ein Bewertungsschema herausgegeben, durch welches die Abgabe von flüchtigen und schwerflüchtigen organischen Stoffen geprüft und bewertet werden kann.



Der AgBB ist eine Einrichtung der Bundesländer mit Geschäftsstelle im Umweltbundesamt (UBA). Zu seinen Mitgliedern gehören Wissenschaftler und Vertreter aus Bundes- und Länderbehörden. Das Bewertungsschema schließt eine wesentliche Lücke beim Nachweis der Brauchbarkeit eines Bauproduktes. Als "brauchbar" wird ein Bauprodukt dann angesehen, wenn es den technischen Anforderungen genügt und zudem die Gesundheit der Raumnutzerinnen und Raumnutzer nicht beeinträchtigt. Die Leistungsfähigkeit des Bewertungsschemas soll nun bis 2004 in einer Einführungsphase getestet werden. Das Schema wird die Grundlage für die gesundheitliche Bewertung bei Zulassungen von Bauprodukten durch das Deutsche Institut für Bautechnik bilden.

Die EG-Richtlinie 89/106/EWG zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedsstaaten über Bauprodukte (Bauprodukten-Richtlinie) war Anfang 1989 veröffentlicht worden. In der Folge wurde 1992 das nationale Bauproduktengesetz erlassen. Beide Regelungen setzen den Rahmen für den Gesundheitsschutz auf dem Bausektor fest. Sie enthalten aber keine genauen Angaben darüber, wie Bauprodukte beschaffen sein müssen, damit ein solcher Schutz erreicht wird. Mit dem AgBB-Bewertungsschema werden die im Gesetz nur allgemein gehaltenen Anforderungen systematisiert und konkretisiert.

Eine ausführliche Darstellung zur Vorgehensweise der gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten ist im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de - Suchbegriff "AgBB" - zu finden. Darüber hinaus liegen auf der Internetseite nähere Angaben über die Zusammensetzung des AgBB-Ausschusses vor.

Die Bearbeitung des umfassenden Aufgabenkomplexes "Umwelt und Gesundheit" wird in Deutschland - ähnlich wie in einer Reihe anderer europäischer Staaten - im "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit" (APUG) aufgegriffen, das 1999 in London vom Bundesumwelt- und dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt wurde. Im APUG arbeiten Umweltbundesamt, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und Robert Koch-Institut (RKI) eng zusammen (http://www.apug.de).

Der gemeinsam von diesen Behörden herausgegebene "Umweltmedizinische Informationsdienst" berichtet regelmäßig und allgemeinverständlich über aktuelle Themen aus dem Bereich "Umwelt und Gesundheit". Die Ausgabe 3/2002 ist kürzlich erschienen (http://www.umweltbundesamt.de/umid/index.htm).

Ulrike Bauer |
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de/umid/index.htm
http://www.apug.de

Weitere Berichte zu: Bauprodukte Gesundheit Umweltbundesamt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Mehr Sicherheit und Effizienz im Tunnelbau - DFKI-Software steuert Wartungsroboter für Bohrwerkzeug
19.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Modernes Bauen mit längst vergessenen Techniken
12.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation

25.04.2017 | Medizintechnik

Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“

25.04.2017 | Physik Astronomie

Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an

25.04.2017 | Physik Astronomie