Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Student der FH Nürnberg entwickelt "revolutionäre" Beleuchtung für Litfaßsäulen

28.08.2002


Hinter dem unscheinbaren Titel "Gleichmäßige Beleuchtung von Werbetafeln" verbirgt sich eine Diplomarbeit, die sich mit einem fast "revolutionären" Thema befasst: Timo Reulein, Student der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, hat mittels polymeren optischen Fasern eine Beleuchtung für Litfaßsäulen entwickelt, die gegenüber herkömmlichen Beleuchtungseinrichtungen zahlreiche Vorteile hat.

... mehr zu:
»Beleuchtung »Litfaßsäule

Weil er sich über wild geklebte Plakate geärgert hatte, hat der Berliner Buchdrucker Ernst Litfaß im vorletzten Jahrhundert eine runde Werbetafel, die "Litfaßsäule", entwickelt. 1855 wurden in Berlin die ersten Litfaßsäulen aufgestellt. Heute sind sie aus dem Straßenbild kaum mehr wegzudenken. Seit einiger Zeit werden Litfaßsäulen immer häufiger beleuchtet. Prof. Dr. Hans Poisel, Leiter des "Anwendungszentrums für polymere optische Fasern" (POFAC) an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg fallen diese Säulen im Straßenbild häufig unangenehm auf: "Die Ausleuchtung der Säulen ist extrem ungleichmäßig: oben wird sie rund 1000 mal stärker beleuchtet als im unteren Bereich. Selbst für ein sehr tolerantes menschliches Auge ist dies ein störender Anblick." Außerdem fällt auf, dass einzelne Halogenscheinwerfer häufig schon nach einigen wenigen Tagen ausfallen, die anderen folgen im Verlauf von wenigen Wochen, im Winter schneller als im Sommer. "Die Säule ist dann so attraktiv wie ein Gebiss mit Zahnlücken", beschreibt Prof. Poisel seinen Eindruck. Ein weiterer Minuspunkt der bisherigen Anlagen ist der hohe Energieverbrauch: bei 12 Lampen à 50 Watt verschlingt die Beleuchtung einer Litfaßsäule rund 600 Watt.

So entstand die Idee, eine Diplomarbeit mit der Aufgabe zu vergeben, Litfaßsäulen mit geeigneter Beleuchtung möglichst einfach nachzurüsten. Dazu sollte ein Beleuchtungssystem entwickelt werden, das eine gleichmäßige Ausleuchtung sicherstellt, der teilweise Ausfall des Beleuchtungssystems sollte vermieden werden und der Energieverbrauch gedrosselt werden.

Timo Reulein, Student der Feinwerk- und Mikrotechnik hat sich dieser Aufgabe angenommen: Das Ergebnis, eine zwei Meter hohe Modell-Litfaßsäule steht nun in der Fachhochschule als Anschauungsobjekt. Seine Lösung der Aufgabe sieht wie folgt aus: Eine zentrale Lichtquelle ist im Innern der Litfaßsäule untergebracht, dort ist sie geschützt, aber leicht zugänglich, d. h. die Lichtquelle ist schnell, ohne Leiter oder Hebebühne zu erreichen. Das Licht dieser zentralen Lichtquelle wird über ein Bündel von Lichtleitern (optische Fasern aus Kunststoff) über die Werbefläche der Säule verteilt. D. h. die Säule ist entweder ganz beleuchtet, oder - bei einem Ausfall der Lichtquelle - gar nicht. Der Eindruck eines "Gebisses mit Zahnlücken" wird jedenfalls vermieden. Durch die Aufteilung der Faserbündel auf verschiedene Winkelbereiche und den Einsatz strahlformender Elemente am Ende der Faserbündel wird die Ausleuchtung der Fläche gleichmäßiger. Und schließlich: die zentrale Lichtquelle kommt mit einer Leistung von 150 Watt aus (gegenüber den 600 Watt bei der Verwendung von Halogenlampen ein enormes Einsparpotenzial) und ist damit deutlich umweltschonender.



Prof. Dr. Hans Poisel zeigt sich von der Diplomarbeit voll überzeugt: "Das Ergebnis ist ein deutlich verbesserter optischer Eindruck in der Werbebotschaft, damit verbunden eine Steigerung der Werbewirksamkeit, ein vereinfachter Service und nicht zuletzt eine spürbare Energieeinsparung: im doppelten Sinne also eine ’runde Sache’".

Die Litfaßsäule kann in der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg besichtigt werden. Zur Terminabsprache wenden Sie sich bitte an das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0911/5880-4101 oder an Timo Reulein, Tel. 0179/49 57 472.

Thoralf Dietz | idw

Weitere Berichte zu: Beleuchtung Litfaßsäule

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes, ökologisches Familienhaus für Naturverbundene
03.08.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Die Stadt wird zur Bühne und Häuser zu Leinwänden
03.08.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie