Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Experiment mit Standardsoftware zeigt: Algorithmischer Architekturentwurf wird einfacher

15.02.2008
Algorithmisch generierte Gebäudeentwürfe wie die BMW Welt in München sind zeit- und programmierintensiv. Mit einem Experiment in Cinema 4D zeigt Prof. Dr.-Ing. Höhl, Professor für Computeranimation an der Macromedia Fachhochschule der Medien, dass sich auch Standardsoftware für Architekturentwurf und 3D-Visualisierung einsetzen lässt. Ablauf und Ergebnisse des Experiments werden am 18. Februar 2008 in der Fachzeitschrift Architektur & Bau FORUM 03/08 veröffentlicht.

"Bis heute ist die Kombination und Rekombination nicht geometrischer Objekte mit deformierenden Algorithmen weitgehend unerforscht", so Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Höhl, der Computeranimation an der Macromedia Fachhochschule der Medien lehrt. "Doch durch neue Verknüpfungen vorhandener Funktionen öffnen sich faszinierende Möglichkeiten für die experimentelle 3D-Visualisierung."

Versuchsergebnis eröffnet Möglichkeiten für kleine Büros

Bisher waren die Gestaltungsmöglichkeiten digitalen Entwerfens mit hohem Zeitaufwand und fundierten Programmierkenntnissen verbunden. Mit der Möglichkeit, auf Standardsoftware zurück zu greifen, könnten sich nun auch kleinere Architekturbüros mit diesem eher elitären Bereich des Entwerfens beschäftigen und zu neuen Anwendungen finden. Viele Standardsoftwarepakete bieten zwar sehr komplexe Algorithmen für dynamische Simulationen an. Doch noch fehlten entsprechende Versuche.

Algorithmisch generiertes Entwerfen soll Umwelt verbessern

Die BMW Welt in München ist das neueste Beispiel für algorithmisch generierte Gebäudeentwürfe, die in den Bereich experimentelle 3D-Visualisierung fallen. International führende Architekten wie Peter Eisenman, Kas Oosterhuis, Frank Gehry, Toyo Ito, NOX, Greg Lynn, Karl S. Chu und viele andere nutzen bereits seit längerem diesem anerkannten, aber auch umstrittenen Bestandteil modernen Entwerfens. Architekt Höhl betont, dass es ihm nicht um abstrakte Grundlagenforschung geht. Er halte es mit dem japanischen Architekten Watanabe, der mit seinen Experimenten die Verbesserung der Umwelt durch die Lösung anstehender Probleme anstrebt.

Versuchsanordnung und Rahmenbedingungen

Ziel der Untersuchung war kein vordefiniertes optisches Ergebnis, sondern das offene Experiment. Daher wurden keine Texturen und keine Materialien definiert, keine Lichter und Kameras gesetzt. Alle Ergebnisse wurden mit der Editor-Kamera, Lichtautomatik und den standardmäßig definierten Render-Voreinstellungen hergestellt.

Die leitenden Fragestellungen lauten: Funktioniert die algorithmische Deformation nicht geometrischer Objekte? Welche neuen Formen lassen sich durch die Rekombination geometrischer Objekte mit nichtgeometrischen Objekten erzeugen?

Der visualisierte Ablauf und die Ergebnisse des Experiments werden am 18. Februar 2008 in der Fachzeitschrift Architektur & Bau FORUM 03/08 veröffentlicht.

Jessica Schallock | idw
Weitere Informationen:
http://www.macromedia-fachhochschule.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Bauübergabe der ALMA-Residencia
26.04.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht Mehr Sicherheit und Effizienz im Tunnelbau - DFKI-Software steuert Wartungsroboter für Bohrwerkzeug
19.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie