Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aus alt mach neu – Bauschutt im Stoffkreislauf

05.02.2015

Bei Abriss-, Umbau- und Sanierungsarbeiten fallen mittelfristig erhebliche Mengen von Mauerwerkbruch in Deutschland an. Schätzungen zufolge ist pro Jahr mit bis zu zehn Millionen Tonnen heterogenem Material zu rechnen. Diese Restmassen zukünftig einem möglichst hochwertigen Recycling zuzuführen ist ganz im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, zumal Deponieraum knapper wird und die Kosten für eine Deponierung steigen.

Ziel eines IGF-Forschungsvorhabens, das im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) von der AiF-Forschungsvereinigung Porenbetonindustrie e.V. organisiert wurde, war es daher, die Nachhaltigkeit verschiedener Recyclingoptionen für Mauerwerkbruch zu untersuchen und zu bewerten.


Bis zu zehn Millionen Tonnen Mauerbruchwerk fallen jährlich in Deutschland an

Foto: Klaus Bindernowski / pixelio.de

Das Forschungsvorhaben war eines von insgesamt acht Vorhaben in mauersteinübergreifenden Forschungsprojekten des breit aufgestellten gemeinschaftlichen Forschungsprojekts „SIM Stoffkreislauf im Mauerbau“, das von der deutschen Mauersteinindustrie durchgeführt wurde.

Die vorwettbewerbliche IGF ermöglicht insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen. Sie wird zusammen mit 100 branchenorientierten Forschungsvereinigungen im Innovationsnetzwerk der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen organisiert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert IGF-Projekte mit öffentlichen Mitteln.

Verlässliche Aussagen zur Nachhaltigkeit

Für die Hauptwandbausteinarten Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton und Leichtbeton wurden – je nach Zusammensetzung des Recyclingguts – verschiedene Recyclingtechniken überprüft. Die Ergebnisse führten die Forscher in einem Berechnungsmodell zusammen, wobei ökologische, ökonomische und logistische Aspekte berücksichtigt wurden. Auf der Grundlage dieser Daten ist ein EDV-gestütztes Analysetool in Form einer webbasierten Software entstanden.

Dieses neuartige Web-Tool ermöglicht es Planern, Architekten und Recyclern für die Mauerwerksrestmassen einzelner Objekte individuelle und verlässliche Aussagen zur Nachhaltigkeit zu treffen. Die Anwender können hier verschiedene Einflussgrößen wie beispielsweise Stoffart, Stoffmix, Menge und Logistikoptionen variieren und situationsspezifische Vergleiche ausführen. So können nachhaltige Stoffkreisläufe im Mauerwerksbau geschlossen und letztlich die Deponierung von Mauerwerksrestmassen vermieden werden. Von den Ergebnissen profitieren nicht nur mauerwerksproduzierende KMU, sondern auch KMU aus dem Bereich der Recyclingwirtschaft.

Ansprechpartner zum Projekt

Forschungsvereinigung Porenbetonindustrie e.V., Kochstraße 6-7, 10969 Berlin,
Dipl.-Ing. Liane Prediger, prediger@bv-porenbeton.de, Tel. +49 30 259282-14
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung, Unter den Eichen 87, 12205 Berlin,
Dr. Katrin Rübner, katrin.ruebner@bam.de, Tel. .+49 30 8104-1714
Universität Stuttgart, Abteilung Ganzheitliche Bilanzierung, Lehrstuhl für Bauphysik, Hauptstraße 113, 70771 Leinfelden-Echterdingen,
Prof. Dr.-Ing. Schew-Ram Mehra, Dipl.-Wirt.-Ing. Sarah Schneider, sarah.schneider@lbp.uni-stuttgart.de, Tel. +49 711 970 3150

Über die AiF

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. ist ein 1954 gegründetes, industriegetragenes Innovationsnetzwerk zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Es verknüpft die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Aufgabe ist es, als Dachverband von 100 branchenspezifischen Forschungsvereinigungen die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein ist Träger der Industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut über die AiF Projekt GmbH und die AiF F∙T∙K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2014 setzte die AiF über 500 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein.

Pressekontakt

AiF e.V., Evelyn Bargs-Stahl, presse@aif.de, Telefon: + 49 221 37680-114
Bildquelle: Klaus Bindernowski / pixelio.de

Weitere Informationen:

http://www.aif.de/home.html - AiF e.V.
http://www.bv-porenbeton.de - Bundesverband Porenbeton
http://www.bam.de - Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
http://www.uni-stuttgart.de - Universität Stuttgart

Evelyn Bargs-Stahl | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Doppelhaus mal anders - Elegantes Glas-Ensemble am Hang
02.05.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bauübergabe der ALMA-Residencia
26.04.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie