Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Architektur-Forschung an der Universität Stuttgart - Bauen nach bionischem Vorbild

25.08.2011
Auf dem Innenstadt-Campus der Universität Stuttgart entsteht derzeit ein ungewöhnliches Bauprojekt: Ein Holzpavillon, dessen modulare Konstruktion auf der Morphologie eines Seeigels beruht.

Studierende und Wissenschaftler der Institute Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und Tragkonstruktion und Konstruktives Entwerfen (ITKE) wollen damit ihre Forschungsergebnisse zur Leistungsfähigkeit biologischer Strukturen in einem architektonischen Entwurf überprüfen. Mit neuen Fertigungsmethoden soll gleichzeitig eine anpassungsfähige, ressourcenschonende und damit nachhaltige Bauweise erprobt werden.

Die Eröffnung des Forschungspavillons findet am Freitag, den 26. August um 18 Uhr statt. Vorab findet um 15.00 Uhr ein Pressetermin für die Präsentation des Projekts statt.

Pressetermin zur Präsentation des Projekts Forschungspavillon
mit Führung durch die Roboterwerkstatt (Robolab), Live-Demonstration und Besichtigung auf der Baustelle.
Zeit: 26. August, 15 Uhr
Ort: Uni-Campus Stadtmitte, Keplerstr. 11, 4. Stock, Raum 4.01
Medienvertreter sind herzlich eingeladen!
Entwurf und Planungen für das Projekt starteten bereits im letzten Wintersemester im Rahmen des Seminars „Performative architektonische Morphologie“ unter der Leitung von Prof. Jan Knippers (ITKE) und Prof. Achim Menges (ICD) an der Uni Stuttgart. Bei der Analyse biologischer Strukturen untersuchten die Seminarteil¬nehmer unter anderem die Morphologie des „Sanddollars“, eine Unterart der Seeigel, die das Grundprinzip für die Baustruktur des Holzpavillons lieferte. Die Schale des „Sanddollars“ hat einen modularen Aufbau aus miteinander verzahnten polygonalen Platten. Das hohe Leichtbaupotential ist aus der Struktur des „Sanddollars“ abgeleitet: Dort laufen stets drei Plattensegmente an einem Punkt zusammen. Zusätzlich verfügt der Sanddollar an seinen Plattenrändern über mikroskopische Kalzitprojektionen, so dass sich benachbarte Platten miteinander verzahnen. Fingerzinken, die in der traditionellen Holzbearbeitung form- und kraftschlüssige Verbindungen ermöglichen, stellen hierzu das herstellungs¬technische Pendant dar. Durch die spezielle geometrische Ordnung und Fügung der Platten entstehen hoch beanspruchbare Strukturen – so lässt sich das Prinzip des Seeigel-Skeletts auf Bauwerke übertragen.

Um die ökonomische Herstellung der mehr als 850 geometrisch unterschiedlichen Bauteile, sowie der über 100.000 Zinken zu ermöglichen, ist diese automatisiert. Die Fertigung der Platten erfolgte in der universitätseigenen Roboterwerkstatt. Sowohl die statische Analyse, die Programmierung der robotischen Fertigungs¬anlage als auch die Ablaufplanung führten die Studierenden gemeinsam mit wissenschaftlichen Mitarbeitern der Uni durch. Im Anschluss an die robotische Fertigung wurden die 6,5 Millimeter dünnen Platten an den Zinkenverbindungen zu Zellen geleimt, grundiert und lasiert, und schließlich kontinuierlich auf der Baustelle verbaut. Die Verbindung zwischen den Zellen ist so gestaltet, das der mehrfache Auf- und Abbau des Pavillons möglich ist.

Der Holzpavillon wird für rund zwei Monate auf dem Vorplatz vor den beiden Kollegiengebäuden KI und KII in der Keplerstraße bleiben. Anschließend wird er demontiert und bei der Firma Ochs – neben der KUKA Roboter GmbH einer der beiden Hauptsponsoren des Projekts – wieder aufgebaut.
Der Baufortschritt wurde auf folgender Facebook-Seite dokumentiert: http://www.facebook.com/ICDITKE.ResearchPavilion.2011.

Weitere Informationen unter: http://icd.uni-stuttgart.de/?tag=researchpavilion2011.

Kontakt:
Markus Gabler (Projektleitung), Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen, Tel. 0711/685-83284, e-mail: m.gabler@itke.uni-stuttgart.de und

Tobias Schwinn (Projektleitung), Institut für Computerbasiertes Entwerfen, Tel. 0711/685-81924, Email: tobias.schwinn@icd.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Schaltbare Flüssigkeiten verbessern Energieeffizienz von Gebäuden
16.01.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Mit mikroskopischen Luftblasen dämmen
15.01.2018 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen im Quantenlabor

19.01.2018 | Physik Astronomie

Warum es für Pflanzen gut sein kann auf Sex zu verzichten

19.01.2018 | Biowissenschaften Chemie