Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alternativen zur real existierenden Stadt

06.08.2008
Uni Kassel und Stadtmuseum Kassel präsentieren "Utopie: Kassel - unrealisierte Bauten 1700 - 2000

Geplant, aber nie realisiert: Acht städtebauliche Entwürfe für Kassel aus den letzten drei Jahrhunderten werden auf anschauliche Weise ans Licht geholt.

Ein Projekt von Studierenden am Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen der Universität Kassel unter der Leitung von Prof. Philipp Oswalt und Dipl.-Ing. Kilian Enders in Kooperation mit dem Stadtmuseum Kassel präsentiert sie in einer Ausstellung und vier Installationen im Stadtraum.

Damit gewährt es nicht nur einen frischen, andersartigen Blick auf Kassel, sondern stellt alternative Vorstellungen zur real existierenden Stadt zur Diskussion. Mit dieser Ideengeschichte wird deutlich, wie die Stadt Kassel in den verschiedenen Epochen Kristallisationspunkt für die kreativen Geister der jeweiligen Zeit war. Das heutige real existierende Kassel ist nur eine von vielen möglichen "Kasseln", wobei die Fiktionen Träume wie Alpträume aufzeigen, verpasste Chancen wie ersparte Katastrophen.

Höhepunkt des Projektes ist ein Parcours der Utopien am Dienstag, den 12. August ab 18 Uhr. Der Parcours beginnt im Stadtmuseum Kassel mit der Eröffnung der Ausstellung. Von dort aus geht es auf den Friedrichsplatz, wo die Entwürfe des französischen Revolutionsarchitekten Claude-Nicolas Ledoux für einen Triumphbogen und das Fridericianum mittels einer Modellinstallation 1:1 erfahrbar sind. Auf dem Weg zur Orangerie vermitteln drei ikonische Situationen (Bundestag, Bundeskanzleramt, Bundespräsidentenamt) ein fiktionales Bild der Bundeshauptstadt Kassel.

Weiter geht es zur Wilhelmshöher Allee, wo am Rathenauplatz eine temporäre Installation die Ausdehnung eines der geplanten Plätze der Gauhauptstadt aus der NS-Zeit veranschaulicht. Abends um 22 Uhr findet der Parcours seinen Abschluss mit einer Sichtbarmachung der unrealisierten Fortsetzung der Kaskadenanlagen im Bergpark Wilhelmshöhe, die sich einst bis zur Fulda erstrecken sollten. Mit Hilfe der Berufsfeuerwehr Kassel und der Freiwilligen Feuerwehr Waldau wird ein neun Meter hoher Wasser-Screen erzeugt, auf welchen Visualisierungen der legendären Pläne projiziert werden.

Obgleich nie realisiert, sind die Visionen, Utopien und Alternativentwürfe Teil der Geschichte Kassels und haben diese beeinflusst.

Die kleine Ausstellung im Stadtmuseum Kassel leitet in das Thema ein und stellt alle acht Entwürfe vor (Ausstellungsdauer 13. August bis 7. September): Wasserkaskaden (Giovanni Francesco Guernier u.a., 1689ff.), Numacchia (1710), Triumphbogen und Umbau des Fridericianum (Claude-Nicolas Ledoux, 1775), Napoleonischer Stadterweiterungsplan (1808/ 1813), Kattenburg (1820), NS-Gauhauptstadtplanungen (1936-45), Kassels Bundeshauptstadtbewerbung (1949), Staatstheater (Hans Scharoun 1956).

Veranstaltungen
Ausstellungseröffnung Dienstag, 12. August, 18 Uhr,
anschließend 'Parcours der Utopien'. Stadtrundgang zu vier Installationen im Kasseler Stadtraum: Sichtbarmachung von Entwürfen Ledouxs auf dem Friedrichsplatz, Sichtbarmachung der Bundeshauptstadt zwischen Friedrichsplatz und Orangerie. Sichtbarmachung des Gauforums am Rathenauplatz, 22 Uhr Bergpark Wilhelmshöhe: Sichtbarmachung der geplanten Kaskadenanlage von Landgraf Karl.

Die Sichtbarmachungen am Friedrichsplatz und Orangerie sind für drei Tage zu sehen, die Sichtbarmachung auf der Wilhelmshöher Allee/Rathenauplatz (einige Stunden) und im Bergpark (Dauer ca. 30 Minuten) sind eine einmalige Aktion.

Mittwoch, 13. August, 18 Uhr
Kolloquium Utopie: Kassel - unrealisierte Bauten 1700 - 2000
Kunst- und Architekturhistoriker über unrealisierte Entwürfe für Kassel und ihre Relevanz für die Gegenwart; mit Dr. Harald Kimpel, Dr. Folckert Lüken-Isberner, Christian Presche.
Moderation: Professor Philipp Oswalt, Kilian Enders, FG Architekturtheorie.
An diesem Abend besteht zudem die Gelegenheit, alle Ausstellungsräume bis 22 Uhr zu besuchen (Museumsabend).

Stadtmuseum, Ständeplatz 16, 34117 Kassel; Öffnungszeiten: täglich außer montags 10 Uhr bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr.

Info
Universität Kassel
Prof. Dipl.-Ing. Philipp Oswalt
Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
tel (01 73) 86 04 84 5

Ingrid Hildebrand | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Ein Korsett für schwache Stützen aus Beton
12.10.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Raumwunder im Hinterhof
12.10.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Antibiotikaresistenzen: Ein multiresistenter Escherichia coli-Stamm auf dem Vormarsch

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sturmfeder bekämpft Orkanschäden

23.10.2017 | Maschinenbau

Vorstellung eines neuen Zellkultursystems für die Analyse von OPC-Zellen im Zebrafisch

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie