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'Universal World House' als Demonstration der Innovationsfähigkeit zum Bauhaus-Jubiläum

26.01.2009
Professur Informatik in der Architektur entwickelt modulares Hausprogramm auf Basis von kunstharzverstärkten Papierwabenelementen zum Einsatz in Entwicklungsländern

Eine entsprechende Anfrage aus der Industrie an die Bauhaus-Universität Weimar beantwortete Architekturprofessor Dr. Dirk Donath nicht mit einem einzigen Entwurf, sondern einem modularen Hausprogramm, angefangen vom einfachen 'Unterstand' ('Shelter') bis zum kompletten Haus für 20 Personen. Die Projektparameter lauten wie folgt:


Perspektive zum Eingangsbereich
Prof. Dr. Dirk Donath


Prototyp des \"Universal Worldhouse\"
Prof. Dr. Dirk Donath

Zeitraum: 10/07 bis 04/08
Hausgröße: von 18 m2 (Shelter) bis 42m2 (Haus für 20 Personen)
Material: Wabenkernplatten aus gepresstem, harzgetränktem Papier
Entwurf: Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur, Professur Informatik in der Architektur, Prof. Dr. Dirk Donath

Bilder: http://gonzo.uni-weimar.de/~petzold/presse/ (copyright: Dirk Donath)

Der entworfene Baukasten folgt den Anforderungen der Industrie, der Einsatzbereiche und der Architektur in vielfältiger Weise. Die dabei beachteten Kriterien füllen einen ganzen Katalog. In Sachen Normierung unterliegen alle Elemente einem strengen Raster, welches die Basis für flexible Zusammenstellungen bildet. Möglich sind 32 verschiedene Typen, die auf dem gleichem Prinzip basieren und die Entwicklungs- und Ausbaufähigkeit garantieren. Der Einfachheit halber wurden nur modulare Elemente verwendet, die zu verschiedenen beliebigen Varianten zusammengebaut werden können. In Bezug auf die Herstellung sind sowohl die zentrale, als auch dezentrale Fertigung möglich. Für den Transport wurde eine dichte und platzoptimierte Verpackung mit entworfen. Die Module selbst stehen im Zeichen innovativer Materialverwendung: ausschließlich Wabenkernelemente aus gepresstem und harzgetränktem Papier kommen zur Verwendung. Die robuste Konstruktion ermöglicht den einfachen Aufbau, selbst die zweckfremde (Wieder-) Verwendung der Einzelteile ist möglich. Sogar Aspekte der Ver- und Entsorgung in schnell wachsenden Siedlungen in Verbindung mit dezentralen Versorgungssystemen, wie Solarenergie, Warmwasseraufbereitung, Abwasserklärung wurden berücksichtigt.

Eine besondere Rolle beim Entwurf spielten die sozialen und kulturellen Aspekte. So konnten auch die einsatzbedingten bzw. kulturelle Besonderheiten mit einbezogen werden, so z.B. dass die Toilette seperat am Haus installiert ist, die Bereiche Küche und Leben in vielen Kulturen zusammen gehören oder große Regale sogar auch als Betten nutzbar sind und umgekehrt. Für warme Klimate wurden die Außenwandpanele aufklappbar gestaltet, so dass sie sowohl als Sonnenschutz, als auch zur Aufhebung der strikten Trennung zwischen Außen- und Innenraum verwendet werden können.

Die Entwurfsentwicklung selbst folgte dem Konzept des 'Rapid Prototyping': von Beginn an wurde auf Basis eines durchgängigen 3D Bauwerksmodell gearbeite, was eine parallele Simulation und Bewertung ermöglichte, sowie die Steuerung computergestützter Fertigungsanlagen vereinfacht. Professor Donath konnte für dieses Projekt seine 18jährige Forschungserfahrung in Sachen moderner Entwurfstechniken an der Bauhaus-Universität Weimar und seine Kenntnisse als bauausführender Architektur optimal kombinieren.

Aufgrund dieser Erfahrung wurde Professor Donath im Rahmen einer Initiative des DAAD-Deutscher Akademischer Austauschdienst an die Addis Abeba University in Äthiopien eingeladen. Als Experte für das 'ECAP-Engineering Capacity Building Program' lehrt er dort bis Oktober 2009. Im Entwicklungsland Äthiopien stehen Fragen der Baukonstruktion und der Architekturenticklung unter elementaren Bedingungen im Vordergrund. Eben genau das, was auch die typisierte Hausentwicklung leisten soll.

Das Produkt wird zur Zeit von der CONSIDO AG in Schaffhausen weiteren Tests unterzogen und auch von dort aus vermarktet. Der im April 2008 errichtete Prototyp wurde bereits zahlreichen, auch fachlich begleiteten Tests unterzogen und stellte seine Eignung in den letzten acht Monaten eindrucksvoll unter Beweis. Zusammen mit anderen Entwicklungen des Industriepartners wird mit diesem Entwurf die Hoffnung verbunden, sowohl für Katastrophen- und Flüchtlingsgebiete, als auch für Entwicklungsländer mit enormem Bedarf an Wohnraum eine zukunftsweisende Alternative zu bieten.

Die zahlreichen Internationalen Anfragen an die Bauhaus-Universität Weimar und Professor Donath zeigen das hohe Interesse an dieser Entwicklung. Die Bauhaus-Universität Weimar stellt damit erneut ihren Anspruch an zukunftweisende technische Entwicklungen in Verbindung mit moderner Architektur unter Beweis und folgt einmal mehr der Bauhaus-Tradition.

Industriekontakt:

Consido International
Geschäftsführer Martin Schröter
Grabenstraße 15 . Postfach 1566
8201 Schaffhausen
Tel. +41 52 624 91 55
Fax +41 52 624 91 54
Mobil +49 151 162 168 31
Email: schroeter@the-wall.ch www.tphswiss.ch

Dr. Michael Eckardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.tphswiss.ch
http://gonzo.uni-weimar.de/~petzold/presse/

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