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Beim Anbau von Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen im ökologischen Landbau besteht ein sehr hoher Unkrautdruck. Eine wirkungsvolle Gegenmaßnahme ist ein früher Striegeleinsatz, der im Keimblattstadium der Unkräuter durchgeführt werden sollte. Viele Landwirte verzichten aber auf diese Maßnahme, um die ebenfalls keimenden Kulturpflanzen nicht zu schädigen.
Versuche am Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zeigen, dass Erbsen und Ackerbohnen in der frühen Jugendentwicklung nach typischen Striegelschäden besser regenerieren als bisher vermutet.
In Experimenten wurden ganze Pflanzenbestände in frühen Entwicklungsphasen mit zwei bis vier Laubblattpaaren vollständig mit Erde bedeckt. Zusätzliche Wassergaben verschlämmten den Boden, so dass feste Krusten entstanden. In anderen Versuchsparzellen wurden die Triebe auflaufender Bohnen und Erbsen mit einer Schere komplett abgeschnitten. Trotz des vermeintlichen Totalschadens erholte sich ein Großteil der Pflanzen von den Schädigungen.
Die verschütteten Bohnen, Erbsen und Lupinen durchbrachen rasch den harten Boden und selbst abgeschnittene Bohnen und Erbsen trieben erneut aus. Nur die abgeschnittenen Lupinen starben durchweg ab. Vor allem das Verschütten wurde in den mehrjährigen Versuchen von allen Pflanzenarten gut toleriert, teilweise sogar ohne signifikante Ertragsverluste.
Die vollständig abgeschnittenen Erbsen- und Ackerbohnenbestände lieferten sogar noch bis zu 75 Prozent der Erträge unbehandelter Kontrollen. Die Wissenschaftler leiten daraus ab, dass es für das frühzeitige Striegeln noch Spielräume gibt. Vor allem auch deshalb, weil beim Striegeln deutlich weniger Pflanzen geschädigt werden, als in den Versuchen dargestellt. Offensichtlich überwiegt der Vorteil der Unkrautbeseitigung gegenüber der Schwächung des Gesamtbestandes durch das Striegeln. Für klare Handlungsempfehlungen sind allerdings noch weitere Studien erforderlich.
Jürgen Beckhoff | Quelle: www.aid.de
Weitere Informationen: www.aid.de
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