Anzeige

Zwei Millionen Tonnen Getreide und Saatgut werden in Deutschland jährlich durch Schädlingsbefall vernichtet; in Entwicklungsländern schätzte die FAO 2009 die weltweiten Verluste in Getreidelagern durch tierische Schädlinge auf 10 bis 30 Prozent. Das entspricht einem jährlichen Verlust von 180 bis 360 Millionen Tonnen Getreide. Die Verluste sind zu einem bedeutenden Teil auf Insektenbefall zurückzuführen.
Hier setzt die Forschung von Prof. Dr. Oliver Hensel und Dr. Uwe Richter im Fachgebiet Agrartechnik, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel in Witzenhausen, an. Sie wollen ein Messsystem entwickeln, das sowohl für Getreide- oder Saatgutsilos als auch in offenen Lagerungsformen, wie in Entwicklungsländern üblich, nutzbar ist.
Während die akustischen Signale von verschiedenen Schädlingen bereits von Biologen beschrieben und identifiziert wurden, ist der agrarwissenschaftliche Ansatz neu: Er zielt auf ein praktikables System, das an der Universität Kassel als Prototyp entwickelt und dann durch Industrieunternehmen produziert und verkauft werden soll.
Schädlingsinsekten erzeugen bei jeder Bewegung aufgrund ihres harten Außenskeletts (Exoskelett) arttypische Geräusche, auch sind bei fast allen Insektenarten verschiedenste individuelle akustische Kommunikationssignale beschrieben.
Dieser „Lärm“ liegt zwar meist unter der menschlichen Hörschwelle, kann aber durch heutige Technik präzise erfasst werden, sodass der emittierte Lärm ein direkter Indikator für das Vorhandensein von Schadinsekten ist.
Die Wissenschaftler im Fachgebiet Agrartechnik arbeiten an einem modularen System, das aus einer ‚Sensorlanze’, einem auch ausziehbaren Stab mit Senor, und einem Prozessrechner besteht. So sollen zum einen Handgeräte für flexible Messungen in kleineren Betrieben als auch ein Festeinbau in marktübliche Silos umgesetzt werden.
Durch eine stückweise Verlängerung der Sensorlanze kann das System an jegliche Größe von Silos angepasst werden. Durch die frühzeitige Erfassung und Klassifizierung des Schädlingsbefalls ermöglicht das Messsystem eine optimale Bekämpfung. So können sie etwa mit Wärme bekämpft werden statt des Einsatzes von Breitbandinsektiziden.
http://www.uni-kassel.de/uni/fileadmin/datas/uni/presse/anhaenge/
2012/Bohnenkaefer_beim_Fressen_20fach_verstaerkt.wav
Audiodatei: So hören sich Bohnenkäfer beim Fressen an.
Copyright: FG AT / Uni Kassel
Universität Kassel
FB 11 - Ökologische Agrarwissenschaften
Fachgebiet Agrartechnik
Prof. Dr.-Ing. Oliver Hensel
Tel.: 05542/98-1225
E-Mail: agrartechnik@uni-kassel.de
Dr.-Ing. Uwe Richter
Tel.: 05542/98-1620
E-Mail: judge@wiz.uni-kassel.de
Ellen Leeser | Quelle: Universität Kassel
Weitere Informationen: www.uni-kassel.de
Weitere Berichte zu: Agrartechnik > Entwicklungsland > Fressen > Geräusch > Getreidelager > Lauschangriff > Messsystem > Schädling > Schädlingsbefall > Silos > Ökologische Agrarwissenschaften
Frühe Blüte bei lädierter biologischer Uhr
16.05.2012 | Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung
Bt-Mais stört Symbiose mit Mykorrhiza
16.05.2012 | Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V.
Australische Flusskrebse besitzen einen Zahnschmelz, der dem menschlichen sehr ähnelt
Manche besonders gelungenen Entwicklungen kopiert die Natur bei sich selbst. So hat ein Team aus Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und der Ben-Gurion Universität im israelischen Beer-Sheva herausgefunden, dass die Zähne des australischen Flusskrebses Cherax quadricarinatus mit einem Schmelz überzogen sind, der dem Zahnschmelz von Wirbeltieren ...
Göttinger Wissenschaftler rekonstruieren einen radikalen Umbau in der Evolution des Gehirns
Die Hirnarchitektur der Maus hat sich im Laufe ihrer Evolution möglicherweise kaum verändert. Wie bei den winzigen Urahnen der heutigen Säugetiere, die vor etwa 80 Millionen Jahren lebten, sind auch bei der Maus Nervenzellen in der Sehrinde in einem kleinen Hirnbereich zusammengedrängt.
Bei der Evolution größerer Gehirne ist es zu ...
Gerste hat sich durch eine Veränderung der inneren Uhr an nördliche Anbaugebiete mit kurzen Sommern angepasst
Eine in Skandinavien verwendete Sommergerste hat Wissenschaftlern vom Max Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln vom John Innes Centre in Norwich zufolge zwar eine ramponierte innere Uhr, ist aber trotzdem sehr ertragreich. Ihr Trick: Sie dämpft die biologische Zeitmessung durch eine Mutation und kann dadurch auch bei kurzem Tageslicht einen ...
Der Transkriptionsfaktor P-TEFb reguliert RNA-Polymerase nach einem unerwarteten Muster
Wird genetische Information von der Erbsubstanz DNA abgelesen, übersetzt die RNA-Polymerase II sie in RNA-Moleküle. Ein wichtiger Bereich des Polymerase-Moleküls ist die C-terminale Domäne, kurz CTD. Sie übermittelt der Polymerase Informationen darüber, wie der genetische Code abgeschrieben und weiter verarbeitet werden soll. Dazu heftet das Enzym P-TEFb molekulare Botschaften in ...
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Gerd Weigelt vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn berichtet über die Erforschung eines aktiven Galaxienkerns.
Nahinfrarot-Interferometrie ermöglichte es dem Team, eine ring-förmige Ansammlung von Staub, einen sogenannten "Staubtorus", in der inneren Region des Kerns der Galaxie NGC 3783 aufzulösen. Mit dieser Messtechnik erreicht man eine Winkelauflösung, die so gut ist wie die Auflösung eines Riesenteleskops mit 130 Metern Spiegeldurchmesser. Der aufgelöste Staubtorus bildet wahrscheinlich das ...
Anzeige
Anzeige

Downsizing erhöht Marktdurchdringung von Ottomotoren
16.05.2012 | Studien Analysen
16.05.2012 | Materialwissenschaften
New 'metamaterial' practical for optical advances
16.05.2012 | Materialwissenschaften
Mikrotechnik trifft Medizin – auf der 9. MST-Regionalkonferenz NRW in Dortmund
16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Soziale Kettenreaktionen und ihre digitale Spuren
16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten