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Vor 3.800 Jahren haben Indianer im Osten der heutigen USA das erste Mal Pflanzungen angelegt.
Nun kommen Forscher zum Schluss, dass das Motiv zum Betreiben der Landwirtschaft in erster Linie eine Frage des Genusses war, denn die Region bot den Bewohnern eine breite Fülle an Nahrungsmitteln, berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic. Die Menschen der so genannten Riverton-Kultur betrieben Landbau demnach nicht zum Überleben, sondern aus geschmacklichen Gründen.
Die älteste Farm in den USA fanden Wissenschaftler am Wabash River im heutigen Bundesstaat Illinois. Mindestens fünf verschiedene Pflanzen - darunter Sonnenblumen und Kürbis - wurden hier angebaut, kommt die Studie zum Schluss. Dieser Kultur-Mix ist der früheste Beweis für Landbau östlich der Great Plains. Bisher waren Wissenschaftler immer davon ausgegangen, dass Menschen deswegen vom Jagen auf Landbau umgestiegen sind, um mit Veränderungen der Umwelt wie Trockenheit besser zurechtzukommen. "Das nunmehrige Ergebnis sieht so aus, als wäre das genaue Gegenteil der Fall", meint Studienautor Bruce Smith, Kurator für nordamerikanische Archäologie am National Museum of Natural History in Washington DC. Die Menschen der Riverton-Kultur ernährten sich vor der Ackerbau-Periode von verschiedenen Nüssen, Rotwild, Fische und Muscheln, so die Studienautoren. "Landbau war also keine Notwendigkeit, sondern eine freie Entscheidung", meint Smith.
Smith hat mit Hilfe der Radiokarbon-Methode Samen und Körner, die bereits in den 1960er Jahren im Riverton-Siedlungsgebiet gefunden wurden, datiert. Demnach lebten die Menschen in Kommunen aus sechs bis zehn Familien zusammen. Sie bereiteten ihre Speisen nicht mit Keramikschalen oder mit kochendem Wasser zu, sondern erwärmten sie in Erdöfen mit erhitzten Steinen. Gegessen wurden Sonnenblumenkörner, Sumpf-Holunder, Kürbisse und Gerste sowie ein Knollengemüse das Roten Rüben ähnelt. Einige der aggressiven Siedlerpflanzen, die damals eingeführt wurden, finden sich noch heute in dem Gebiet, erklärt Smith. Sie seien so langlebig und zäh, dass sie in manchem Garten im Mittleren Westen und im Südosten ungewollt gedeihen.
Auch der Archäologe Brian Redmont vom Cleveland Museum of Natural History in Ohio kommt zum gleichen Schluss. "Die Riverton-Pflanzen haben dem Leben der Ureinwohner, das erfolgreich war, noch ein bisschen was dazu gegeben." Das bedeute aber nicht, dass sich nicht auch praktische Vorteile daraus gegeben hätten. "Landwirtschaftlich angebaute Pflanzen haben zur Ernährungssicherheit deutlich beigetragen."
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.nationalgeographic.com
www.mnh.si.edu
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