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Auf einem Workshop in San Michele/Italien konnten dafür die letzten Hürden ausgeräumt werden. Hier war die neue Datenbank mit ihren Funktionen allen 25 Partnern vorgestellt worden. Die Aktivitäten der Mitglieder werden ebenfalls vom Julius Kühn-Institut koordiniert.
Neben einem für jeden Verbraucher zugänglichen Bereich (public access) bietet die Europäische Vitis Datenbank einen speziellen Zugang für alle europäischen Partner (all partner access). In einer eigenen Datenimportebene kann jeder Partner mit wenigen Mausklicks direkt online bestehende Daten herunterladen, ändern oder neue Daten einpflegen. Dies war mit der bisher bestehenden, eher statischen Rebsortendatenbank nicht möglich.
Die Koordination der Datenbank liegt ebenfalls in den Händen des Julius Kühn-Instituts am Standort Geilweilerhof/Siebeldingen. "Mit der einfachen Handhabung und durch unsere koordinierende Tätigkeit sind wir sicher, dass die Datenbank auch nach Beendigung des EU-Projektes im Jahr 2010 aktuell bleiben wird", so Frau Dr. Erika Maul vom JKI-Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof.
Die Datenbank umfasst Datensätze von rund 30.000 Rebsorten bzw. Akzessionen (= Muster). Jeder einzelne Datensatz besteht aus mehr als 30 verschiedenen Kriterien oder Merkmalen, den sogenannten Multi Crop Passportdaten. Dazu kommen Charakterisierungsdaten, genotypische Markerdaten und Fotos. All diese sowie neu hinzugekommene Daten wurden jetzt in die neue "EU-Vitis Database" übertragen. In ihr wird zukünftig alles recherchierbar sein, was während der Projektphase erarbeitet wurde.
Um die Gefahr zu minimieren, dass sich bei so vielen Partnern und der Eingabe von mehr als 30 verschiedenen Kriterien/Merkmalen pro Rebmuster Fehler einschleichen, durchläuft das Programm bei jeder Eingabe ein komplexes Fehlersuchsystem. Trotzdem ist es wichtig, dass eine koordinierende Stelle die Fäden in der Hand hält. Auf europäischer Ebene ist dies die Vitis-AG innerhalb des ECPGR (European Cooperative Programme for Crop Genetic Ressources Networks). Für Deutschland ist das JKI in der Arbeitsgemeinschaft vertreten und wurde als koordinierende Stelle gewählt, denn das JKI erhält und pflegt mit fast 4.000 Rebsorten und -mustern selbst eine überaus umfangreiche Sammlung.
Öffentlich zugänglich sind zum Beispiel alle in europäischen Rebsortimenten erhaltene Rebsorten mit ihren genauen Daten und Fotos. Ebenso werden in Steckbriefen alte Rebsorten beschrieben. Eine Adressliste von Einrichtungen, die Reben erhalten, steht ebenfalls zur Verfügung.
Die Wissenschaftler sind sich sicher: Die EU-Vitis Datenbank ist mit der direkten Eingabe der Daten und der Möglichkeit, auch weitere Merkmale einzupflegen, über die Grenzen hinweg ein Vorbild für andere Datenbanken.
Hintergrundinformation:
Das von der Europäischen Union geförderte Projekt GrapeGen06 widmet sich in seiner vierjährigen Laufzeit schwerpunktmäßig der Beschreibung von seltenen, historisch jedoch einmaligen Rebsorten Europas.Die 25 Partner aus 17 Ländern sind beauftragt, insgesamt sieben Themenbereiche zu bearbeiten: (1) Anfertigung des genetischen Fingerabdrucks von Rebsorten, (2) Charakterisierung der Sorteneigenschaften, (3) Anbau von alten Rebsorten im Weingut und Bewertung ihrer weinbaulichen Eigenschaften, (4) Erfassung von Wildrebenstandorten, (5) Feststellung der Identität von unbekannten Rebsorten, (6) Dokumentation in einer Datenbank (www.eu-vitis.de) und (7) langfristige Sicherung der rebengenetischen Vielfalt.
Das JKI-Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof begann bereits Anfang der 1980er Jahre, eine eigene Rebendatenbank aufzubauen. Weltweit beschriebene Rebsorten wurden dokumentiert und die Sammlungsbestände weltweit verbreiteter Rebsortimente erfasst. Seit 1996 sind die Ergebnisse dieser Recherche, die ständig fortgeführt wird, im Vitis International Variety Catalogue abgelegt.
Dr. Gerlinde Nachtigall | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.eu-vitis.de
www.vivc.de -
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