Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Berner Biologen verbessern Äthiopiens wichtigstes Getreide

13.04.2011
Die Zwerghirse Tef ist das wichtigste Getreide für die Nahrungssicherheit der äthiopischen Bevölkerung. Die Pflanzen knicken jedoch leicht um. Forschende der Universität Bern haben deshalb Pflanzen mit kürzeren Halmen gezüchtet, die nun unter Realbedingungen in Äthiopien getestet werden.

Anzeige

Das wichtigste Getreide und Grundnahrungsmittel Äthiopiens ist die Zwerghirse Tef. Sie ist tolerant gegenüber verschiedenen klimatischen Bedingungen: Die Pflanze wächst sowohl auf trockenen als auch nassen Böden und ist resistent gegen verschiedene Schädlinge und Krankheiten.


Ausserdem sind die Samen sehr nahrhaft und glutenfrei, was Tef zu einem gesunden und wertvollen Nahrungsmittel macht. Diesen Vorteilen steht jedoch der geringe Ernteertrag gegenüber: Er liegt im Durchschnitt weit unter dem anderer Getreidesorten wie Weizen oder Reis. Das Hauptproblem ist der lange und schwache Stängel der Pflanze, der insbesondere bei Wind und Regen leicht umknickt.

Hier setzt das Berner «Tef Improvement Project» an: Dr. Zerihun Tadele vom Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern züchtet mit Hilfe modernster molekulargenetischer Methoden eine widerstandsfähige, kleinwüchsige Tef-Linie. Dafür identifizierten er und sein Team durch bestimmte Stoffe ausgelöste Veränderungen in relevanten Tef-Genen. Dabei konzentrierten sie sich auf Gene, welche die Höhe von Pflanzen beeinflussen, um daraus eine neue Generation Tef-Pflanzen mit kürzeren Stängeln zu züchten. Ausserdem ist es im Rahmen des Projektes erstmals gelungen, das Tef-Genom zu entschlüsseln. Dies verbessert das Verständnis der Mechanismen, die für die Kleinwüchsigkeit relevant sind.

Lokale Akzeptanz sichern
Einige Tef-Linien, die eine zielgerichtete Züchtung einer halbwüchsigen Tef-Pflanze ermöglichen, wurden nun nach Äthiopien geschickt. In Feldversuchen gilt es unter möglichst natürlichen Anbaubedingungen herauszufinden, ob sich die neuen Linien wie gewünscht entwickeln. «Dabei ist es wichtig, eng mit den äthiopischen Bauern zusammenzuarbeiten, um deren Akzeptanz für die neu gezüchteten Sorten zu gewinnen», betont Dr. Zerihun Tadele.

Da Tef zwar regional in Äthiopien, aber nicht für die Nahrungssicherheit der gesamten Weltbevölkerung bedeutsam ist, wurde bisher nur eingeschränkt Forschung und Entwicklung zu dieser Getreideart betrieben. Das Projekt der Universität Bern, das finanziell und technisch von der Syngenta Stiftung für Nachhaltige Landwirtschaft unterstützt wird, ist auf gutem Weg, eine kleinere, fall-resistente Zwerghirse zu züchten.

Tagung der Zwerghirse-Experten in Bern
Expertinnen und Experten, die an einer Verbesserung des für die äthiopische Bevölkerung lebenswichtigen Getreides Tef (Zwerghirse) interessiert sind, kommen am Montag, 18. April 2011 an der Universität Bern zusammen. Die Forschenden des «Tef Improvement Project» diskutieren gemeinsam mit ihren Partnern aus der Schweiz und Äthiopien (Ethiopian Institute of Agricultural Research) die nächsten Schritte. Am erstmaligen Treffen aller Interessengruppen der Tef-Forschung werden auch der äthiopische Botschafter für die Vereinten Nationen und die Schweiz, Herr Minelik Alemu, der stellvertretende Direktor der Syngenta Stiftung für Nachhaltige Landwirtschaft, Dr. Mike Robinson, sowie der Vizerektor Forschung der Universität Bern, Dr. Martin Täuber, teilnehmen.

Daniela Baumann | Quelle: Universität Bern
Weitere Informationen: www.unibe.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Frühe Blüte bei lädierter biologischer Uhr
16.05.2012 | Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung

nachricht Bt-Mais stört Symbiose mit Mykorrhiza
16.05.2012 | Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Krebsen auf den Zahn gefühlt


Australische Flusskrebse besitzen einen Zahnschmelz, der dem menschlichen sehr ähnelt

Manche besonders gelungenen Entwicklungen kopiert die Natur bei sich selbst. So hat ein Team aus Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und der Ben-Gurion Universität im israelischen Beer-Sheva herausgefunden, dass die Zähne des australischen Flusskrebses Cherax quadricarinatus mit einem Schmelz überzogen sind, der dem Zahnschmelz von Wirbeltieren ...

Im Focus: Lebende Fossilien der Hirnentwicklung


Göttinger Wissenschaftler rekonstruieren einen radikalen Umbau in der Evolution des Gehirns

Die Hirnarchitektur der Maus hat sich im Laufe ihrer Evolution möglicherweise kaum verändert. Wie bei den winzigen Urahnen der heutigen Säugetiere, die vor etwa 80 Millionen Jahren lebten, sind auch bei der Maus Nervenzellen in der Sehrinde in einem kleinen Hirnbereich zusammengedrängt.

Bei der Evolution größerer Gehirne ist es zu ...

Im Focus: Frühe Blüte bei lädierter biologischer Uhr


Gerste hat sich durch eine Veränderung der inneren Uhr an nördliche Anbaugebiete mit kurzen Sommern angepasst

Eine in Skandinavien verwendete Sommergerste hat Wissenschaftlern vom Max Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln vom John Innes Centre in Norwich zufolge zwar eine ramponierte innere Uhr, ist aber trotzdem sehr ertragreich. Ihr Trick: Sie dämpft die biologische Zeitmessung durch eine Mutation und kann dadurch auch bei kurzem Tageslicht einen ...

Im Focus: Neue Details der Genregulation aufgeklärt


Der Transkriptionsfaktor P-TEFb reguliert RNA-Polymerase nach einem unerwarteten Muster

Wird genetische Information von der Erbsubstanz DNA abgelesen, übersetzt die RNA-Polymerase II sie in RNA-Moleküle. Ein wichtiger Bereich des Polymerase-Moleküls ist die C-terminale Domäne, kurz CTD. Sie übermittelt der Polymerase Informationen darüber, wie der genetische Code abgeschrieben und weiter verarbeitet werden soll. Dazu heftet das Enzym P-TEFb molekulare Botschaften in ...

Im Focus: Futter für das Schwarze Loch


Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Gerd Weigelt vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn berichtet über die Erforschung eines aktiven Galaxienkerns.

Nahinfrarot-Interferometrie ermöglichte es dem Team, eine ring-förmige Ansammlung von Staub, einen sogenannten "Staubtorus", in der inneren Region des Kerns der Galaxie NGC 3783 aufzulösen. Mit dieser Messtechnik erreicht man eine Winkelauflösung, die so gut ist wie die Auflösung eines Riesenteleskops mit 130 Metern Spiegeldurchmesser. Der aufgelöste Staubtorus bildet wahrscheinlich das ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Downsizing erhöht Marktdurchdringung von Ottomotoren

16.05.2012 | Studien Analysen

Krebsen auf den Zahn gefühlt

16.05.2012 | Materialwissenschaften

New 'metamaterial' practical for optical advances

16.05.2012 | Materialwissenschaften

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Mikrotechnik trifft Medizin – auf der 9. MST-Regionalkonferenz NRW in Dortmund

16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Soziale Kettenreaktionen und ihre digitale Spuren

16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Die Ausbreitung von Stress

16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp