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Bundesamt für Naturschutz fördert deutsch-namibische Gemeinschaftsprojekte zur nachhaltigen Nutzung der Teufelskralle
Wer unter Rheuma leidet, dem ist sie keine Unbekannte: die Teufelskralle aus dem Süden Afrikas. Ihre Wirkstoffe haben entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung und werden in einer ganzen Reihe von Phytopharmaka eingesetzt und in Deutschland auf den Markt gebracht.
Weil sie so beliebt ist, werden jährlich immer größere Mengen der getrockneten Wurzeln geerntet und in den Handel gebracht. 1999 hat allein Namibia, der größte Exporteur, mehr als 600 Tonnen des Rohstoffs ausgeführt. Sie stammen vollständig aus Wildsammlungen. Sowohl die namibischen als auch die deutschen Artenschutzbehörden fragen sich, ob die Wildbestände diesen Sammeldruck aushalten.
In deutsch-namibischen Gemeinschaftsprojekten wird nun erforscht, wie man die Teufelskralle, die in den sandigen Trockengebieten am Rande der Kalahari ihre Heimat hat, so nützen kann, dass sie dauerhaft erhalten bleibt. Gleichzeitig muss die lokale Bevölkerung ihr Auskommen haben, da etwa 10.000 Familien der Buschleute vom Volk der San von dieser Sammeltätigkeit leben. Oft haben sie keine andere Einkommensquelle.
Aber nicht nur durch Übernutzung der Pflanze selbst ist dieses Gleichgewicht bedroht. Auch die vielfachen Bestrebungen, die Art in Namibia landwirtschaftlich anzubauen, werden von den Sammlern mit gemischten Gefühlen betrachtet. Sollte der Anbau gelingen - und zur Zeit investieren einige, auch deutsche Firmen in die Feldversuche - dann könnte der Markt für wild gesammelte Teufelskralle-Wurzeln verschwinden und die Rohstoffversorgung der Firmen über den Anbau erfolgen.
"Nur durch eine nachhaltige Nutzung am Wildstandort wird diese Pflanze auch dort erhalten bleiben", sagt Professor Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamts für Naturschutz, voraus. "Wir müssen eine nachhaltige Nutzung ermöglichen, denn diese Menschen sind Partner des Artenschutzes, nicht seine Gegner. Nur wenn sie die Ressourcen auch nutzen können, wird ihnen an ihrer Erhaltung gelegen sein. " Mit ihren widerhakigen Früchten stellt die Teufelskralle eine Gefahr für Rinder und Schafe dar und wurde früher als Weideunkraut bekämpft.
In den vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekten werden in den nächsten drei Jahren Methoden erarbeitet, um mit einfachen Mitteln die Erntemengen zu bestimmen, die für die Pflanzen unschädlich sind. Auch der Einfluss der im südlichen Afrika so wechselhaften Niederschläge wird berücksichtigt.
Bereits jetzt kann eine der am Projekt beteiligten Farmen, auf der bereits seit 1997 schonend gesammelt wird, als gelungenes Modell für ein nachhaltiges Wirtschaften mit der Teufelskralle bezeichnet werden. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir können zeigen, dass die Nutzung zur Erhaltung der Ressource beitragen kann, "so Vogtmann.
Weitere Informationen zur Teufelkralle sind erhältlich beim Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstraße 110, 53179 Bonn, Telefon: 0228-8491-280, Fax: -299.
Franz August Emde | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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