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Umweltorganisationen warnen vor Ende konventioneller Landwirtschaft
Die EU-Kommission entscheidet morgen, Mittwoch, über die Zukunft der europäischen Landwirtschaft, denn die Grenzwerte für die gentechnische Verunreinigung von Saatgut werden neu festgelegt. Bis zu 0,3 Prozent genetisch-veränderte Organismen bei Mais und Raps wären dann erlaubt. Umweltorganisationen wie Greenpeacefürchten, dass dann in Zukunft nicht mehr garantiert werden kann, dass Bauern und Lebensmittelindustrie weiterhin Gentech-freie Produkte - im Rahmen der derzeit erlaubten 0,9 Prozent Verunreinigung - anbieten können.
"Wenn Gentech-Verunreinigungen im Saatgut nicht gekennzeichnet werden müssen, bedroht das die heimische Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion", warnt Susanne Fromwald, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Der Großteil des konventionellen Saatguts auf dem EU-Markt, einschließlich der importierten Ware, ist derzeit nicht kontaminiert, meinen die Experten. Es gebe eigentlich keine Gründe, diese Entscheidung zu übereilen. Umgekehrt kritisiert die Umweltorganisation die Tatsache, dass die abtretende Kommission die EU-Bürger mit einem Antrag sitzen lasse, der ihren Versprechen auf Koexistenz und freie Wahl für den Konsumenten widerspreche.
Greenpeace fürchtet, dass der von der EU-Kommission geplante Grenzwert von 0,3 Prozent das Ende der Wahlfreiheit für Konsumenten bedeute, da auch den EU-Mitgliedsstaaten, die eine nationale Gesetzgebung zum Schutz konventioneller und biologischer Landwirtschaft entwickeln sollten, dann kein Spielraum mehr bleibe. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass Saatgut am Beginn der Lebensmittelproduktion steht. "Wenn nicht einmal Saatgut vor Gentech-Kontamination geschützt werden kann, hat die Produktion Gentechnik-freier Lebensmittel keine Zukunft", argumentiert Fromwald. Als besonders skandalös empfindet die Expertin die Tatsache, dass einerseits Richtlinien, die zum europaweiten Anbau von Gentech-Pflanzen führen, beschlossen werden, andererseits das Problem der Sicherstellung Gentech-freier Landwirtschaft wie etwa im Bereich des Biologischen Landbaus auf die Mitgliedsstaaten abgeschoben werde.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.greenpeace.at
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