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Ohne Moos nix los!
Gartenbau, Landwirtschaft und Naturschutz sollen künftig vom Anbau von Torfmoosen profitieren. Mit Unterstützung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) untersucht das Botanische Institut der Uni Greifswald jetzt Alternativen zum Abbau nur begrenzt vorhandener Torfe. Ziel ist es, den Rohstoff systematisch anzubauen und zu ernten.
Nicht nur im Erwerbsgartenbau, auch bei Kleingärtnern erfreut sich Torf als Substrat für Spezialkulturen größter Beliebtheit. Dabei handelt es sich in der Regel um Weißtorf, schwach zersetzte Sphagnummoose, die die oberste Schicht von Hochmooren ausmachen. Zwar gibt es auch in Deutschland noch aktive Hochmoore, sie sind jedoch mittlerweile so selten, dass nur an wenigen Standorten Torfabbau betrieben werden kann. Die Torfgewinnung verlagert sich daher in immer größerem Umfang auf die baltischen Staaten und nach Skandinavien.
Um die ökologisch höchst sensiblen Hochmoore rechtzeitig zu schützen, wird schon seit einiger Zeit geprüft, ob der landwirtschaftliche Anbau von Moosen eine Alternative zum klassischen Torfabbau sein könnte. In Kooperation mit dem Bodentechnologischen Institut Bremen des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung hat das Botanische Institut der Uni Greifswald bereits erste Erkenntnisse gewonnen. Mit Unterstützung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) sollen die Ergebnisse einer Literaturstudie jetzt in die Praxis umgesetzt werden.
In Blumentöpfen werden verschiedene Torfmoosarten nicht nur auf ihre Anbaueignung überprüft. Den Wissenschaftlern geht es auch darum, herauszubekommen, bei welchem Dünger und welcher Wassermenge die Moose am besten wachsen. Auch erste Feldversuche sind im Rahmen des Vorhabens geplant. Ziel ist es, nach möglichst kurzer Zeit einen Rohstoff zu ernten, der im Gartenbau ähnliche Wirkungen zeigt, wie der bislang eingesetzte Naturtorf und der Torfersatzstoffen deutlich überlegen ist.
Vom Anbau profitieren sollen vor allem Bauern in Niedersachsen, dort wo die Fehnkultur, die landwirtschaftliche Nutzung von Mooren, lange Tradition hat. War dort auf ehemaligen Hoch- und Niedermoorstandorten bislang sinnvoll nur noch Grünlandwirtschaft möglich, könnte der Torfmoosanbau zu einer Alternative werden. Von Vorteil wäre nicht nur die Nutzbarkeit noch vorhandener Torfabbaumaschinen. Nach ersten Berechnungen der Greifswalder ließe sich mit der neuen Anbaufrucht tatsächlich Geld machen. Ein positiver Effekt wäre dann auch für den Naturschutz gegeben, denn Flächen zur Torfmoos-Kultivierung sind ebenso wie Hochmoore Habitate mit besonderer Artenvielfalt. Und mit Moos wäre dann im Saterland, wo die ersten Anbauversuche stattfinden sollen, auch wieder was los.
Barbara Wenig | Quelle: FNR
Weitere Informationen: www.frn.de
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