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Die schlausten Bauern haben die gesündesten Kartoffeln

15.03.2004

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Düngung mit Schwefel erhöht Nährwert und Krankheitsresistenz von Kartoffeln


Gesunde Pflanze, ein Ausdruck mit zwei Aspekten: Gesund für Mensch und Tier, weil nahrhaft, reich an wertvollen Inhaltsstoffen und frei von Schadstoffen oder, weil gesund und frei von Krankheiten und Parasiten.

Wissenschaftler/innen des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig fanden heraus, dass bei Kartoffeln eine gute Versorgung mit Schwefel (S) beides bewirken kann. Schwefel ist ein für alle Lebewesen essenzielles Element und kommt in der Natur als Salz (z.B. Bittersalz) oder rein als Schwefelblüte vor und gelangte in der Vergangenheit überwiegend mit dem "sauren Regen" in landwirtschaftliche Böden. In den letzten 20 Jahren sind jedoch die S-Einträge aufgrund von Maßnahmen zur Luftreinhaltung, Senkung des S-Gehaltes in Kraftstoffen sowie der Herstellung "ballastfreier" (S-freier) Dünger, drastisch von weit über 50 kg/ha auf nunmehr häufig unter 10 kg/ha gesunken. S-Mangel ist daher heute auf landwirtschaftlich genutzten Böden eine der häufigsten Ernährungsstörungen bei Kulturpflanzen. In zahlreichen Versuchen konnten daher die Wissenschaftler/innen mit S-Düngung Erträge und Qualitäten von pflanzlichen Produkten steigern. Gleichzeitig mit dem Rückgang der S-Einträge aus der Atmosphäre beobachteten die Wissenschaftler/innen eine Zunahme an Pilzerkrankungen an landwirtschaftlichen Pflanzen, zunächst an Raps und Getreide und nun, bestätigt in gemeinsamen Versuchen mit polnischen Wissenschaftler/innen, auch bei Kartoffeln. Im Feldversuch konnten nach Gaben von bis zu 50 kg/ha Schwefel deutliche Reduzierungen des Befalls der Pflanzen mit Wurzeltöter (Rhizoctonia solani) und Schorf (Streptomyces scabies) nachgewiesen werden. Als eine der Ursachen vermuten die Wissenschaftler/innen einen Anstieg der Cystein- und Glutathiongehalte und des Potenziales zur Freisetzung von biogenem H2S. Der große Vorteil bei dieser Form des Pflanzenschutzes liegt darin, dass die Pathogene keine Resistenz gegenüber Schwefel entwickeln können und Schwefeldüngung auch im organischen Landbau zulässig ist.

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
E-mail: pb@fal.de

Margit Fink | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.fal.de

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