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Methylquecksilber ist eine auf das zentrale und periphere Nervensystem toxisch wirkende Substanz, die im Körper von Raubfischen besonders stark konzentriert ist. Einige Studien weisen darauf hin, dass Methylquecksilber eine negative Auswirkung auf die neurologische Entwicklung von Kindern haben könnte.
Aus diesem Grund hat der Expertenausschuss für Nahrungsmittelzusätze der FAO und WHO 2003 vorsichtshalber beschlossen, die für Frauen – insbesondere für Schwangere und stillende Mütter – und für kleine Kinder empfohlene wöchentlich maximal verträgliche Methylquecksilberdosis zu senken. Mit ihrem Experiment hatten sich die INRA-Forscher zum Ziel gesetzt, die kurz- und langfristigen Auswirkungen der Verbreitung von Informationen über die Folgen des Fischverzehrs auf das Konsumverhalten ganzer Haushalte zu messen. Die 201 untersuchten Haushalte (d.h. 803 Personen) haben im Jahr 2005 über fünf Monate ihren Fischverbrauch (Menge und Arten) aufgezeichnet. Nach dem ersten Monat wurden sie zufallsbedingt in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe bekam eine Verbrauchsempfehlung, laut der Fisch von Risikopersonen maximal zweimal pro Woche verzehrt werden sollte, die anschließend auch in den Haushalten verteilt wurde. Die Kontrollgruppe hingegen bekam keine Informationen.
Am Ende des Experiments konnte das Forscherteam feststellen, dass die durchschnittliche Menge des Fischverbrauchs (unter Berücksichtigung aller Arten) über der empfohlenen Menge lag. Insgesamt aßen nur 34% der Frauen – sowohl in der informierten Gruppe, als auch in der Kontrollgruppe – nicht mehr als zweimal pro Woche Fisch. Es wurde auch festgestellt, dass nur wenige Frauen in der Lage waren, sich die Arten zu merken, die in der Empfehlung genannt wurden. So erinnerten sich zwar 50 % der Frauen daran, dass frischer Thunfisch aufgeführt war, jedoch nur 10 % konnten sich merken, dass sie gar keinen frischen Thunfisch essen sollten.
Die gegebene Empfehlung beschrieb die Risiken des Methylquecksilbers und die gesundheitlichen Vorteile des Fischverzehrs. Einen Monat nachdem sie diese Information bekommen hatten, waren 50 % der Frauen der Meinung, dass Quecksilber erhebliche Risiken für ihre Gesundheit birgt. Drei Monate später waren es nur noch 39 %. Den positiven Effekt der Omega-3-Fettsäuren vergaßen sie hingegen nicht, und 70 % der Frauen dachten nach dem Experimentsabschluss weiter, dass diese Fettsäuren eine positive Wirkung auf ihre Gesundheit und die ihrer Familie haben.
Somit wäre folgende Schlussfolgerung denkbar: werden Frauen über die negativen Wirkungen des Fischverzehrs informiert, tendieren sie jedoch dazu, die Risiken zu unterschätzen, da sie von den positiven Auswirkungen des Fischverzehrs stark geprägt sind, was zum Teil auf die in den letzten Jahren durchgeführten Kampagnen für gesunde Ernährung zurückzuführen ist.
Die Ergebnisse dieser Studie lassen auf einen eher geringen Einfluss solcher Empfehlungen auf das Konsumverhalten schließen. Aus dieser Arbeit lässt sich auch ableiten, dass die Modalitäten und Bedingungen der Informationsmaßnahmen genauer erforscht werden müssen. Außerdem können experimentelle Ansätze zur Verbesserung des Lebensmittelrisikomanagements beitragen.
Kontakt: Sandrine Blanchemanche
@ sandrine.blanchemanche@agroparistech.fr
+33 1 44 08 86 12
www.inra.fr
Quelle: Pressemitteilung des INRA,
http://www.inra.fr/presse/influence_recommandations_sur_comportement_consommateurs_e
xemple_methyle_mercure_poisson, 28.04.2008
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 141 vom 14.05.08)
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Quelle: Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen: www.wissenschaft-frankreich.de/allemand
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