Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zurück in die Zukunft - die belebende Wirkung von Konkurrenz

14.09.2010
Mischanbau steigert die Erträge, reduziert den Düngerbedarf, führt zu einer effizienteren Landnutzung und ermöglicht die Konkurrenzfähigkeit einer kleinstrukturierten Landwirtschaft.

Vor allem in traditionellen Landwirtschaftssystemen Asien und Afrikas wird der Mischanbau bis heute praktiziert. In der industrialisierten Landwirtschaft ist diese Form der Landbewirtschaftung selten oder gar nicht mehr verwurzelt. Zu nachteilig wirkten sich die Unterschiede in Anbau, Pflege und bei der Ernte unterschiedlicher Kulturen hier aus.

Aber auch zahlreiche Vorteile dieses Systems der Landnutzung liegen auf der Hand und können vor allem den kleinparzellierten Anbau ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll gestalten. So könnte z.B. Getreide durch die Anreicherung von Luftstickstoff durch bestimmte Bakterienarten profitieren, welche in Symbiose mit anderen Pflanzen auf der gleichen Fläche wie das Getreide wachsen. Dieses hochkomplexe und seit Jahrhunderten erprobte System, in welchem die Konkurrenz zwischen den unterschiedlichen Pflanzen sogar das Geschäft belebt, kann jetzt noch besser analysiert und verstanden werden.

Ein deutsch-chinesisches Forscherteam entwickelte statistische Analysemethoden und Modellierungsverfahren weiter. Dadurch können nun die räumliche Verteilung und die Effekte von Grenzflächen besser berücksichtigt werden. Je kleiner eine Parzelle ist, desto mehr Grenzflächen besitzt sie. Wenn Grenzflächen einen Einfluss auf das Gesamtsystem haben, muss dies berücksichtigt werden, um das System präzise zu beschreiben. Getestet wurde das Analysesystem im Mischanbau.

Mischanbau („intercropping“) bedeutet, dass mindestens zwei Feldfrüchte gleichzeitig auf einem Acker angebaut werden. Besonders Kleinbauern mit einer geringen Maschinenausstattung können mit diesem System eine bessere Ausnutzung kleiner Flächen erzielen. Ressourcen werden dadurch geschont. Auch Erträge können stabilisiert und, wie jetzt gezeigt, sogar gesteigert werden. Damit kann der Mischanbau einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft sein, ohne auf Erträge verzichten zu müssen. Die Landnutzungskapazität in den untersuchten Anbausystemen in Deutschland und China wurde um durchschnittlich 20 bis 30 % erhöht. Mit anderen Worten: auf der gleichen Ackerfläche wurde mehr produziert. Im direkten Vergleich wurde der Mischanbau von Mais und Weizen, von Mais und Erbse sowie von Mais und Erdnuss Kombinationen verglichen. Erbsen und Erdnüsse gehören zur Familie der Leguminosen. Diese Pflanzenfamilie ist auf Grund einer Symbiose mit Knöllchenbakterien in der Lage, Luftstickstoff zu binden und diesen Pflanzen verfügbar zu machen.

In ihrer Studie konnten die Forscher zeigen, dass auch kleinparzellierte Agrarlandschaften mit einer intensiven Landnutzung beim Ertragspotenzial konkurrieren können und dabei weniger Ressourcen verbrauchen. Auf Grund dieser Ergebnisse wurde die Studie von der American Society of Agronomy in das Research Highlight Program 2010 aufgenommen.

Quelle:
Heike Knörzer et cl. (2010): Extension and evaluation of intercropping field trialsusing spatial models, Agronomy Journal 102 (1023-1031) (abstract).

Pflanzenforschung.de | Pflanzenforschung.de
Weitere Informationen:
http://www.pflanzenforschung.de/journal/aktuelles/zurueck-die-zukunft-die-belebende-wirkung-von-konkurrenz

Weitere Berichte zu: Anbau Getreide Grenzfläche Landnutzung Luftstickstoff Mischanbau Ressource

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie