Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zurück in die Steppe - Hochleistungsgräser für Pferde nicht immer geeignet

08.02.2012
Das Pferd gehört auf die Weide - das ist die einhellige Meinung der meisten Pferdebesitzer. Dennoch sollte diese Forderung und vor allem deren Umsetzung mit Bedacht erfolgen.

Denn die Mehrzahl der Pferdehalter ist sich der damit verbundenen Konsequenzen aufgrund der Risiken moderner Gräser nicht bewusst.

Zu Zeiten, in denen das Pferd noch als Arbeitstier eingesetzt wurde und daher wenig Zeit auf der Weide verbrachte, war dieses Phänomen noch weitestgehend unbekannt: Hufrehe, auch Grasrehe genannt. Diese Krankheit, bei der das Pferd aufgrund starker Schmerzen an einem oder mehreren Hufen nur noch sägebockartig stehen kann, entsteht durch ein Überangebot an Fruktanen (langkettige Zucker) im Gras.

Nach dem letzten Weltkrieg nahm die Zahl der Pferde drastisch ab und Rinder dominierten zunehmend die Weidelandschaft. Damit stieg auch die Nachfrage nach einer hochkalorischen Futterproduktion zur Ernährung der Hochleistungsrinder.

Um diesen Leistungsanforderungen der modernen Rinderzucht entsprechen zu können, wurden und werden aus Hochleistungsgräsern mit hoher Zuckerproduktion bestehende Saatmischungen angebaut und entsprechend gedüngt.

Niemand konnte vorhersehen, dass die für Rinder angelegten Weiden einmal in so großem Umfang für die Pferdehaltung genutzt werden würden. Die Toleranz der Pferde gegenüber diesen Gräsern ist jedoch begrenzt. Sie präferieren eigentlich karge Böden mit kurzstieligen Pflanzen.

Die Stickstoffdüngung der Weiden führt zu einem geringeren Rohfasergehalt sowie verminderter Kieselsäure- und Mineraleinlagerungen in den Pflanzen. Die Konsequenzen für die Pferde können Durchfall und Koliken sein. Der Zuckergehalt führt zur Verfettung, ohne dass das rohfaserarme Gras den Pferdehunger stillt.

Die Tiere neigen dazu, sich zu überfressen, werden dabei aber fehl- und/oder mangelernährt. Aus diesem Grund benötigen sie zum Ausgleich zusätzlich Rohfaser, beispielsweise in Form von Heu und Stroh, sowie Mineralien.

Eine Lösung dieses Dilemmas ist derzeit (noch) nicht in Sicht, stehen doch im Grunde nur zwei Optionen zur Auswahl: Eine Begrenzung der Futteraufnahme oder eine Extensivierung der Weiden bei ausreichend großem Flächenangebot - also zurück in Richtung Steppe.

Anke Klabunde | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie