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Züchtungsprojekt für krautfäuleresistente Kartoffeln

16.07.2012
Geballte Kompetenz gegen den größten Feind der Kartoffel: Aus über 100 Varianten versucht nahezu die gesamte deutsche Fachkompetenz der Kartoffelzüchtung in einem dreijährigen Forschungsvorhaben eine solide Basis für krautfäuleresistente Sorten zu schaffen.

Die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) ist die häufigste Krankheit im Kartoffelbau. Weltweit schätzt man die jährlichen Schäden durch den Erreger auf vier Milliarden US-Dollar. Konventionelle Landwirte müssen in Deutschland bis zu 19 Mal dagegen spritzen, im Öko-Landbau lässt sich der Pilz meist nur mit Kupferpräparaten in Schach halten.

Kompetenz von allen Seiten

Um die Entwicklung Phytophthora-resistenter Speisekartoffelsorten voranzutreiben, ist jetzt im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) ein 3-jähriges Züchtungsprojekt angelaufen. Erstmals arbeitet dabei nahezu die gesamte deutsche Fachkompetenz der Kartoffelzüchtung gemeinsam an einem Projekt.

Neben dem Julius Kühn-Institut (JKI) und dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) sind verschiedene Kartoffelzüchter der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchter (GFP), mehrere Bioverbände (Naturland e.V., Bioland Beratung GmbH, Ökoring Niedersachsen e.V.) und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in die Forschungsarbeiten eingebunden. Das LfL hat zudem die Koordination des Projektes übernommen. Auch drei Öko-Betriebe werden die Forschungsarbeiten aktiv unterstützen. Dieser erstmals angewandte partizipative Ansatz soll dazu beitragen, möglichst praxisnah zu arbeiten.

Informationen über Resistenzgene

Zurzeit wachsen bereits über 100 Kartoffelvarianten auf den angelegten Versuchsflächen. Das Zuchtmaterial stammt von den beteiligten Züchtungsunternehmen. Darüber hinaus bringen auch die Forschungsinstitute vielversprechende Sorten und Zuchtstämme ein, unter anderem bis zu 250 Jahre alte Kartoffelmuster aus der Groß-Lüsewitzer Genbank.

Die Forscher wollen das verfügbare Material auch für molekulare Arbeiten nutzen, um Aufschlüsse über die genetische Vielfalt der verfügbaren Kartoffelpflanzen zu gewinnen, vor allem hinsichtlich möglicher Resistenzgene. Mit dem Projekt soll eine solide Basis für die weitere Züchtung verschiedener resistenter Sorten geschaffen werden, die auch geschmacklich voll überzeugen können.

Tassilo von Leoprechting | idw
Weitere Informationen:
http://orgprints.org/20962/
http://www.ble.de/DE/03_Forschungsfoerderung/02_OekologischerLandbau/OekologischerLandbau_node.html

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