Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuckerhirse - Biokraftstoff der Zukunft?

16.01.2013
Der Bedarf an Biokraftstoffen, wie zum Beispiel Bioethanol steigt stetig an. Um diesen herzustellen sind nachwachsende Rohstoffe notwendig.
In Deutschland werden hierfür hauptsächlich Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben angebaut. Das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe und das Wissenschaftszentrum Straubing prüften, ob auch die in Deutschland noch nicht angebaute Zuckerhirse als Rohstoff für die Ethanolherstellung genutzt werden kann.

Zuckerhirse zeichnet sich durch einen hohen Zuckergehalt von bis zu 35 Prozent aus, wobei die Pflanze den Großteil des Zuckers im Stängel speichert. Um Ethanol herzustellen, muss der zuckerhaltige Saft gewonnen werden. Hierzu wird das Häckselgut der ganzen Pflanzen gepresst. Bestimmte Hefen verstoffwechseln den Saft und als Endprodukt entsteht Ethanol. Der optimale Erntetermin liegt zwischen Blüte und Milchreife, da Zuckerhirse zu diesem Zeitpunkt den maximalen Zuckergehalt aufweist.

Entscheidend für die Ethanolausbeute ist das Zuckerertragspotenzial. Dieses berechnet sich aus den ermittelten Zuckergehalten der Sorte und den Trockenmasseerträgen. Die besten Erträge erzielten die Sorten Top76, CSSH45 und Sweet Bee. Die geschätzte Ethanolausbeute liegt bei circa 2.700 l/ha. Im Vergleich: Getreide erzielt 2.030 bis 2.760 l/ha, die Zuckerrübe 6.250 l/ha.

Die Trockensubstanzgehalte von Zuckerhirse stellten sich als unzureichend heraus. Probleme bei der Ernte, Verluste in Form von Sickersaft bei Transport und Lagerung sowie erhöhte Transportkosten können die Folge sein. Die niedrigen Trockensubstanzgehalte, eine hohe Lageranfälligkeit und die mangelnde Verfügbarkeit kommerziellen Saatguts sind Schwierigkeiten, die beim Anbau von Zuckerhirse auftreten.

"Insgesamt wird der Anbau von Zuckerhirse als interessante und wünschenswerte Ergänzung zu bisher genutzten Kulturen und Fruchtfolgen der Ethanolgewinnung angesehen. Mit den geprüften Sorten ist die Ethanolproduktion allerdings derzeit nicht wirtschaftlich und konkurrenzfähig gegenüber anderen zuckerliefernden Kulturen", so Dr. Anja Hartmann vom Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe.

Weitere im Rahmen des Projekts durchgeführte Untersuchungen konzentrieren sich darauf, Lösungsansätze zu entwickeln, die eine effiziente Ethanolherstellung aus Zuckerhirse ermöglichen. Die Studie und die Ergebnisse zur Ethanolherstellung aus Zuckerhirse wurden in der Zeitschrift Schule und Beratung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorgestellt.

Annalena Schraut | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus

23.02.2017 | Medizin Gesundheit

Viren unterstützen Fotosynthese bei Bakterien – Vorteil in der Evolution?

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Katalyse in der Maus

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie