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Wohin laufen Fuchs und Hase - Tierbewegungen in dynamischen Agrarlandschaften

16.04.2014

Forscher des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und der Universität Potsdam studieren die Bewegungen von Wildtieren in agrarwirtschaftlich genutzten Landschaften mittels GPS-Besenderung. Sie versprechen sich mithilfe der Daten Aufschluss über die Bewegungs- und Verhaltensökologie von Wildtieren am Beispiel von Feldhase und Fuchs. Insgesamt fünfzig Feldhasen und zehn Füchse werden in den Jahren 2014 und 2015 in der Uckermark (Brandenburg) und im Landkreis Freisingen (Bayern) besendert.

Die Daten sollen Auskunft geben, wie sich das Verhalten von Wildtieren in der Kulturlandschaft im Laufe des Jahres im Wechsel der agrarischen Nutzung der Landschaften verändert von der Winterbrache über das Wachstum und Bewirtschaftung im Frühjahr bis hin zu Ernte und Umbruch des Bodens im Spätsommer und Herbst.

Anlass der großangelegten Forschungsaktion im Rahmen der Agrarlandschafts-Labore ist die seit Jahrzehnten rückläufige Anzahl von Feldhasen in Deutschland. Die Forscher vermuten als Hauptursachen für den Populationsrückgang das vermehrte Vorkommen von Raubtieren, die intensive Landnutzung und das Auftreten von Krankheiten.

Aber auch abiotische Faktoren, wie lange anhaltendes nass-kaltes Wetter könnten für den Rückgang verantwortlich sein. Füchse sind auf der einen Seite Schädlinge, Krankheitsüberträger und eine Gefahr für seltene Bodenbrüter. Auf der anderen Seite sind sie wichtige Aasfresser und natürliche Schädlingsbekämpfer in den Feldern, da sie sich hauptsächlich von Kleinnagern ernähren.

Die Forscher gehen folgenden Fragen nach: Wie beeinflusst der Wandel des Nahrungsangebotes (wechselnde Feldfrüchte) das Bewegungsverhalten von Feldhasen und Füchsen? Wie reagieren Feldhasen und Füchse auf die Anwesenheit von Raubtieren (besonders Kolkrabe, Fuchs, Dachs) und Nagetieren? Wie beeinflusst die Landschaftsstruktur die Bewegungen und das Verhalten von Feldhasen? Wie verbreiten die Wildtiere Samen von Pflanzen in der Landschaft? Können sie die Artenvielfalt der Pflanzen beeinflussen?

Das Gesamtprojekt der Agricultural LandScape Laboratories (AgroScapeLabs) oder Agrarlandschafts-Labore (www.scapelabs.org) besteht aus vielen Teilprojekten, die zusammen einen großen landwirtschaftlichen und biologischen Forschungsbereich bilden. Ihr Ziel ist es, Zusammenhänge von Biodiversität, Landnutzung und Ökosystemfunktionen zu beleuchten.

In den AgroScapeLabs arbeiten folgende Forschungseinrichtungen zusammen: ZALF, Universität Potsdam, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) Berlin, Charité Berlin, Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), TU München, TU Braunschweig, Freie Universität Berlin.

Weitere Informationen:

http://www.zalf.de
http://www.scapelabs.org

Susanne Hecker | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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