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Westlicher Maiswurzelbohrer - Nematoden als Larvenkiller tauglich

14.07.2010
Seit der Käfer Anfang der 1990er Jahre von Serbien aus mindestens elf europäische Länder erreicht hat, ist der Maiswurzelbohrer eine große Gefahr für die Ernteerträge im Maisanbau. Doch nicht nur Europa ist betroffen, in den USA verursacht der Schädling jährlich über eine Milliarde Dollar Ertragsausfälle.

In Deutschland geriet 2007 ein Insektizid in die Schlagzeilen, da es nicht nur den Käfern, sondern auch den nützlichen Bienen den Tod brachte. Dabei hält die Natur ein Rezept gegen den Maiswurzelbohrer schon bereit - es muss nur verbessert und richtig angewendet werden.

Im "Journal of Experimental Biology" wurde kürzlich beschrieben, wie sich Schweizer Wissenschaftler der Universität Neuchâtel Nematoden zunutze machten, um die Larven des schädlichen Käfers abzutöten. Einem Naturmechanismus der Maispflanze kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Befallene Wurzeln setzen eine bestimmte chemische Substanz frei, von der die Nematoden angelockt und aktiviert werden.

Das einzige Problem: Die meisten Nematoden reagieren zu langsam, um den Larven wirklich effektiv zu Leibe zu rücken. Deshalb wendeten die Wissenschaftler einen Trick an. Sie wählten jeweils die schnellsten Nematoden aus, nachdem sie künstlich den chemischen Stoff in Röhrchen im Boden ausgebracht hatten. Von den schnellsten selektierten sie in sechs weiteren Durchgängen wieder jeweils die schnellsten.

Diese ausgewählten Turbo-Nematoden brauchten schließlich statt zehn Stunden nur noch zwei Stunden, um die ausgelegte Alarm-Substanz zu erreichen. Zum Glück stellte sich heraus, dass diese Nematoden nicht nur schnell waren, sondern auch die Fähigkeit, die Maiswurzelbohrer-Larven abzutöten, nicht verloren hatten. Eine leichte Minderung konnte durch die erhöhte Schnelligkeit ausgeglichen werden. Da es in der Schweiz keinen Befall mit dem Westlichen Maiswurzelbohrer gibt, wurden die ersten Feldversuche nach Ungarn verlagert.

Man setzte hier auch Maispflanzen ein, die die notwendige chemische Substanz nicht freisetzen können. Das gilt für die US-amerikanischen Sorten, die den Alarmstoff nicht mehr bilden können. Der Feldversuch bestätigte die Laborergenisse. Ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig es ist, die Biodiversität zu erhalten - denn niemand weiß, welche Pflanzeneigenschaften wir uns künftig zunutze machen können, um mit ständig variierenden Krankheiten und Schädlingen besser fertig zu werden.

Friederike Eversheim | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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