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Weizenschwarzrost in Deutschland aufgetreten - Pilz ist möglicher Nutznießer des Klimawandels

02.08.2013
Julius Kühn-Institut analysiert den bisher in unseren Breiten seltenen Krankheitserreger und testet Weizensortiment auf mögliche Resistenzen

Die Hitzewelle in Deutschland brachte dieses Jahr eine in unseren Breiten bisher nur äußerst seltene Getreidekrankheit mit sich. An Weizenpflanzen wurde der gefürchtete Schwarzrost festgestellt, der durch den Pilz Puccinia graminis verursacht wird.


Schadbild Schwarzrost im Weizen
Foto: Kazman


Wintersporen des Weizenschwarzrost
Foto: Flath/Julius Kühn-Institut

Die Sporen gelangten mit dem Wind aus wärmeren Regionen zu uns. Von den kranken Pflanzen geht zwar keine unmittelbare Gefahr aus, da die Sommersporen und das Pilzmyzel den Winter wahrscheinlich nicht überleben. Dennoch schließen die Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) eine Verbreitung des Schaderregers im Zuge der Klimaerwärmung nicht aus.

„Wenn jedes Jahr neue Sporen mit Luftmassen aus wärmeren Regionen zu uns gelangen, wächst der Druck auf unsere Weizenpflanzen“, sagt Dr. Kerstin Flath. Laut der Mykologin vom JKI-Standort Kleinmachnow hat insbesondere die Rostpilzrasse Ug99, die so heißt, weil sie 1999 erstmals in Uganda auftrat, ein enormes Schadpotenzial. „Die Mehrzahl der weltweit angebauten Weizensorten sind anfällig für diese Rasse, denn sie tragen nur das Resistenzgen Sr31 in sich, das leider von Ug99 überwunden wurde“, so Dr. Flath weiter. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen will sie herausfinden, wie gut die deutschen Weizensorten gegen den Schadpilz gewappnet sind und ob wir es wirklich mit Ug99 zu tun bekommen.

Ein vor kurzem gestarteter Aufruf an Weizenzüchter und Pflanzenschutzdienste brachte ein unerwartet starkes Echo. Zahlreiche Proben aus verschiedenen deutschen Anbaugebieten gingen beim JKI in Kleinmachnow ein. Sie werden nun auf anfälligen Weizensorten vermehrt und anschließend analysiert. Im kommenden Frühjahr werden die Wissenschaftler dann genauer wissen, welche Pilz-Rassen in Deutschland aufgetreten sind, und ob es Weizensorten gibt, die eine natürliche Widerstandsfähigkeit gegen diesen gefährlichen Schadpilz aufweisen.

Im Rahmen von Forschungsprojekten werden am JKI seit mehreren Jahren Bekämpfungsstrategien für den Roggenschwarzrost und den Weizengelbrost entwickelt. Da die Klimaerwärmung zur Ausdehnung des Verbreitungsgebietes des Schwarzrostpilzes beitragen kann, stellen sich die Wissenschaftler nun rechtzeitig der neuen Herausforderung.

Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Kerstin Flath
Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland
Stahnsdorfer Damm 81, D-14532 Kleinmachnow
E-Mail: kerstin.flath@jki.bund.de
Tel.: 033203/48 - 236
Hintergrundinfo zur Schwarzrostkrankheit:
Schwarzrost lässt sich eindeutig an den zunächst rostbraunen, später schwarzen Sporenlagern erkennen, die sich zumeist streifenförmig an Halmen, Blattscheiden und mitunter auch an Ähren ausbreiten (siehe Bild). Hierbei handelt es sich um die Sommer- bzw. Wintersporen (Uredo- bzw. Teleutosporen) des Pilzes (siehe Bild´). Im Gegensatz zu Gelb- und Braunrost, reißt bei Schwarzrost die über den Sporenlagern befindliche äußere Schicht des Pflanzengewebes (Epidermis) deutlich sichtbar auf. Die Sporen können mit dem Wind über große Distanzen verbreitet werden und neue Felder infizieren.

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

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