Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Waldneuordnung 2020

30.09.2013
Flächen nach Nutzerinteressen bündeln – für eine effizientere Bewirtschaftung und höhere Akzeptanz / Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz verfolgt neuen Ansatz

Wie lässt sich der in Deutschland vielerorts extrem kleinteilige Privatwald sinnvoll neu strukturieren und das mit möglichst großer Unterstützung der Eigentümer? Das untersucht seit kurzem das Projekt „Waldneuordnung 2020“ am Beispiel eines Pilotgebietes in Rheinland-Pfalz.


Abbildung: Kartenausschnitt aus dem Waldflurbereinigungsverfahren Udenhausen mit frdl. Genehmigung der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR), Flächenkennzeichnung und Legende: Unique forestry and land use GmbH


"DLR/Unique forestry and land use GmbH"

Ziel des Vorhabens ist es u.a., die Flächen entsprechend der Interessen ihrer Besitzer räumlich zu bündeln. Der Ansatz verspricht mehr Akzeptanz und Vorteile für die verschiedenen Eigentümergruppen selbst, gleichzeitig soll es so gelingen, bislang ungenutzte Holzpotenziale nachhaltig und effizient zu bewirtschaften.

Das Vorhaben der Unique forestry and land use GmbH wird vom BMELV über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Die Inventurstudie 2008 hat gezeigt, dass im Kleinprivatwald (unter 20 Hektar Flächenbesitz) mit einem jährlichen Zuwachsüberschuss von 5,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr die geringste Holznutzung erfolgt. Gleichzeitig beträgt die gesamte Fläche des Kleinprivatwaldes in Deutschland rund 2,8 Mio. Hektar - ein enormes Potenzial.

Dem gegenüber stehen jedoch strukturelle Probleme: Viele Parzellen sind sehr klein, schlecht erschlossen mit - insbesondere bei Erbengemeinschaften - unklaren Eigentumsverhältnissen und Grenzen. In der Folge wird der Kleinprivatwald überwiegend nicht oder nicht regelmäßig bewirtschaftet.

Das Flurbereinigungsgesetz ermöglicht es dem Staat grundsätzlich, Flächen neu zu ordnen und effizientere Strukturen zu schaffen. Allerdings sind solche Waldflurbereinigungsverfahren aufwendig, teuer und abhängig von der Zustimmung und Unterstützung der Eigentümer. Gerade an letzterer mangelt es bislang häufig.

Das Vorhaben verfolgt deshalb einen neuen Ansatz. In einem ersten Schritt wollen die Projektmitarbeiter der Unique forestry and land use GmbH die unterschiedlichen Interessen der Waldbesitzer in dem rheinland-pfälzischen Pilotgebiet durch Befragungen identifizieren. In der Folge könnten Flächen von Eigentümern mit ähnlicher Motivation räumlich gebündelt werden. In diesem Zusammenhang will Unique den Waldbesitzern auch die Möglichkeiten neuer Eigentumsformen aufzeigen: So könnten diejenigen, die an ihren Flächen ein eher geringes Eigennutzungsinteresse haben, diese in einen Pool zur Verpachtung einbringen. Diejenigen wiederum, die ihren Wald selbst bewirtschaften wollen, könnten sich in Genossenschaften zusammenschließen. Positive Folge beider Varianten wären tendenziell größere Flächeneinheiten sowie eine effizientere und wirtschaftlichere Nutzung.

Gleichzeitig gilt es aber auch, neue Interessenslagen insbesondere bei jüngeren oder städtischen Waldbesitzern zu berücksichtigen, bei denen eher Naturschutz- oder Erholungsgründe im Vordergrund stehen. Auch für diese Gruppen böte eine Bündelung der Flächen Vorteile, etwa indem man auf eine intensive Erschließung in diesen Bereichen verzichtet.

Aus den Erfahrungen in der Praxisregion will das Projektteam allgemeingültige Handlungsempfehlungen in einem Leitfaden veröffentlichen und für andere Regionen zur Verfügung stellen.

Informationen zum bis 2016 laufenden Projekt „Waldneuordnung 2020 - Verfahren und modellhafte Umsetzung effizienter und motivationsgerechter Waldflurbereinigung“ stehen auf fnr.de im Menü Projekte & Förderung unter dem Förderkennzeichen 22017212 bereit.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de
http://www.fnr.de/911/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik