Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorfrucht beeinflusst Fusarienbefall

29.07.2009
Umfangreiche Schweizer Untersuchungen

Fusarien sind der Schrecken jedes Getreidebauern. Die Pilze befallen Futtergräser und Getreide. Sie kappen die Nährstoffversorgung der Kornanlage und sorgen so für Ertragsverluste durch so genannte Kümmerkörner. Da befallenes Getreide in der Regel zudem mit Mykotoxinen belastet ist, kann es als Futter- oder Lebensmittel unbrauchbar werden.

Schweizer Forscher von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART um Susanne Vogelgsang untersuchen seit Jahren, welche Faktoren das Vorkommen von Fusarien in der Schweiz beeinflussen. Ergebnis ihrer Forschungsarbeiten ist unter anderem das Informationssystem Fusa Prog (www.fusaprog.ch), das schweizweite Prognosen für den Fusarienbefall ermöglicht.

Bei ihren Untersuchungen an Weizen stellten sie fest, dass drei Stämme den Befall dominieren: Fusarium graminearum, F. poae und F. avenacenum. Auch F. culmenorum und F. crookwellense kommen regelmäßig vor.

Neben der Witterung und der Weizensorte hat auch die Vorfrucht einen großen Einfluss auf den Pilzbefall einer Parzelle. So stieg der Befall von Weizen mit F. graminearum um gute 20 Prozent, wenn im Jahr zuvor Mais auf demselben Acker angebaut und der Weizen im Direktsaat-Verfahren ausgesät worden war. Offenbar erfolgt der Übergang von den Maisstängeln auf dem Acker auf das sprießende Getreide. Landwirte sollten also entweder auf die Fruchtfolge Mais-Getreide verzichten, oder das Maisfeld nach der Ernte pflügen oder mulchen.

Die Ergebnisse weiterer Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch der vorjährige Anbau von Zuckerrüben den F. graminearum-Befall fördert, während Futterpflanzen wie Luzerne zu einer Häufung des Befalls mit F. culmenorum führen können.

Die Forscher zeigten außerdem, dass die sortenabhängige Befallsanfälligkeit des Weizens unabhängig von der Art der Aussaat ist: Ob Direktsaat oder Pflugeinsatz machte für die generelle Fusarienanfälligkeit einer bestimmten Weizensorte keinen Unterschied. Allerdings korrelierte die Toxinbelastung nicht unbedingt mit der Stärke des Pilzbefalls. Zwar produzieren die Pilze generell je nach Wetterlage mehr oder weniger Toxine. Es gab aber auch hier eine wirtsabhängige Komponente. Es scheint also Weizensorten zu geben, die zwar gern von Pilzen besiedelt werden, diese aber offensichtlich zu relativ friedlichem, toxinfreien Wachstum anregen. Ein Vorschlag des ART lautet darum, bei der Risikobewertung der einzelnen Weizensorten eher den Toxingehalt als den Pilzbefall zu berücksichtigen.

Dr. Margit Ritzka | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.art.admin.ch/dms_files/07461_de.pdf
http://www.aid.de
http://www.fusaprog.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Elefanten-Herpes: Super-Verbreiter gefährden Jungtiere
04.05.2017 | Universität Zürich

nachricht Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen
27.04.2017 | Universität Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie