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Von der Biskaya bis zum Äquator

10.03.2015

Thünen-Institut untersucht westafrikanische Gewässer / Forschungsschiff „Walther Herwig III“ erhält seine Äquatortaufe

Mit Erreichen der Gewässer westlich von Marokko beginnt für das Fischereiforschungsschiff „Walther Herwig III“ der praktische Teil der zweiten Afrika-Reise. Wie im Vorjahr untersucht eine internationale Forschungs-Crew unter der Leitung von Dr. Heino Fock vom Thünen-Institut für Seefischerei die Fischgründe vor der westafrikanischen Küste.


FFS "Walther Herwig III"

(Foto: Thünen-Institut/M. v. Klinkowström)

Dieses Meeresgebiet zählt zu den produktivsten des tropischen Atlantiks und wird nicht nur von den angrenzenden Staaten, sondern in hohem Maße auch von Trawlern anderer Länder befischt. „Managementpläne für die dortigen Bestände fehlen bisher weitgehend, unter anderem wegen unzureichender fischereiwissenschaftlicher Infrastruktur in den afrikanischen Staaten“, sagte Fock vor der Abfahrt.

Diesem Mangel will das Thünen-Institut für Seefischerei begegnen; zum einen mit der durch BMBF und BMEL unterstützten deutsch-französisch-afrikanischen Forschungskooperation AWA (Umsetzung des Ökosystemansatzes im Fischereimanagement vor West-Afrika), zum anderen mit dem im 7. Rahmenprogramm der EU geförderten Projekt PREFACE (Vorhersage und Auswirkungen von Klimaänderungen im tropischen Nord-Atlantik).

Nach Verlassen des Heimathafens Bremerhaven am 2. März beginnt das deutsche Fischereiforschungsschiff „Walther Herwig III“ am 11. März 2015 seine Forschungsarbeiten in den westafrikanischen Gewässern vor Mauretanien, Senegal und vor den Kapverdischen Inseln. Südlich der Kapverden wird die Fahrt bis über den Äquator führen.

Die Zusammensetzung der wissenschaftlichen Crew spiegelt den interdisziplinären und internationalen Ansatz der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung wider: Neben sieben deutschen Wissenschaftlern sind vier weitere Kollegen aus Senegal, Marokko, Mauretanien und Spanien an Bord. Die Reise der „Walther Herwig III“ endet am 24. April. Während der Fahrt berichten die Thünen-Forscher in einem online-Blog über aktuelle Geschehnisse.

Das Seetagebuch kann über http://www.ti.bund.de abgerufen werden, die aktuelle Schiffsposition unter http://sailwx.info/shiptrack/shipposition.phtml?call=dbfr.

Zentrales Ziel der deutsch-französisch-afrikanischen Forschungszusammenarbeit ist das ‚capacity building‘, speziell die Ausbildung von Doktoranden, wechselseitiger Austausch von Wissenschaftlern sowie die Durchführung von Seminaren und Workshops. Das soll die teilnehmenden afrikanischen Staaten in die Lage versetzen, ihre Meeresressourcen besser zu managen.

Die westafrikanischen Fischbestände bilden eine wesentliche Komponente für die heimische Fischerei und sind zusätzlich auch durch den Export und den lizensierten Fang durch Drittstaaten ein bedeutender ökonomischer Faktor. Mit Hilfe von schiffsgestützten Untersuchungen und gekoppelten biologisch-ökonomischen Modellen werden am Ende Bewirtschaftungsempfehlungen für eine nachhaltige Nutzung der dortigen Fischbestände entwickelt.

Das EU-Projekt PREFACE baut darauf auf und widmet sich dem Einfluss von Klimafolgen auf die Nutzbarkeit der lebenden Meeresschätze in der Region. Das Thünen-Institut konzentriert sich hier auf Fische der Tiefsee, die immer mehr ins Zentrum der Begehrlichkeit der Fischerei rücken, aber gleichzeitig eine extrem wichtige Rolle in den Meeresökosystemen spielen. Inwieweit Folgen des Klimawandels die Verbreitung dieser sensiblen Fischarten im subtropischen Atlantik beeinflussen, soll nun mit den Arbeiten am Äquator fortgesetzt werden.

Deutsche Partner des Thünen-Instituts in diesen Projekten sind die Universität Kiel, GEOMAR Kiel, das Zentrum für Marine Tropenforschung Bremen und das Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft der Universität Hamburg.

Weitere Informationen:

http://www.ti.bund.de/de/infrastruktur/forschungsschiffe/see-tagebuecher/ - Seetagebücher der Forschungsreisen

Dr. Michael Welling | Thünen-Institut

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