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Vögel und Regenwald verbessern Schädlingskontrolle

17.03.2015

Göttinger Agrarökologen untersuchen insektenfressende Vögel in Kakaoplantagen in Indonesien

Vögel haben eine große Bedeutung für die Schädlingsregulation und können somit zu erfolgreicheren Ernten beitragen – vor allem in den Tropen. Es ist jedoch weitgehend unbekannt, welche Arten und landschaftliche Faktoren für eine effektive natürliche Schädlingsbekämpfung wichtig sind.


Dummy-Raupen mit Vogelspuren.

Agrarökologen der Universität Göttingen konnten jetzt zeigen, dass besonders die häufig vorkommenden Vogelarten und die Nähe von Wald eine erfolgreiche Schädlingsregulation bestimmen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology erschienen.

Die Göttinger Forscher untersuchten Kakaoplantagen auf der indonesischen Insel Sulawesi – einem der größten Produzenten von Kakao weltweit. Der Kakaobaum wird meist zusammen mit anderen Baumarten zur Beschattung angebaut, weshalb in solchen Agroforstsystemen eine relativ hohe biologische Vielfalt herrscht.

„Methoden zur Nutzung dieser natürlichen Artenvielfalt und der damit verbundenen Funktionen, wie beispielsweise der Schädlingsregulation durch Vögel, könnten sowohl zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Kakaos als auch zur Entlastung angrenzender Lebensräume und Arten beitragen“, sagt die Göttinger Agrarökologin und Leiterin der Studie, Dr. Bea Maas.

Die untersuchten Plantagen unterschieden sich in der Menge an lokal vorhandenem Schatten und in ihrer Entfernung zum angrenzenden Regenwald. Um den Erfolg der dort vorhandenen Vogelarten als Schädlingsbekämpfer zu bestimmen, verwendeten die Forscher aus Knetmasse geformte Larven, mit denen sich die Ereignisse von Vogelangriffen durch deren Schnabelabdruck in der Knetmasse nachweisen ließen.

Larven von Schmetterlingen und Käfern zählen zu den häufigsten und schädlichsten Insektengruppen in Kakaoplantagen. „Von allen häufigen Vogelarten in den Kakaoplantagen, konnte nur der Molukken-Brillenvogel in Zusammenhang mit Larvenattacken gebracht werden“, so Dr. Maas. Die Häufigkeit der Brillenvögel, als auch die Aktivität der Räuber stiegen mit zunehmender Nähe zum vorhandenen Regenwald. „Die Nähe von Wald ist daher nicht nur wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt, sondern auch für die wirtschaftlich bedeutsamen Dienste der insektenfressenden Vögel“, so Dr. Maas.

Die Wissenschaftler betonen die Bedeutung alternativer Landnutzungsmethoden als Alternative zum Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien. „Dass vor allem der gemeine Brillenvogel von so großer Bedeutung für die Regulation von Schädlingen ist, vereinfacht die Umsetzung solch nachhaltiger Bewirtschaftungsmaßnahmen“, erklärt Dr. Yann Clough von der Universität Göttingen und ergänzt: „Durch entsprechende Aufklärungsarbeit, ein erhöhtes Angebot von geeigneten Nistplätzen für die Vögel und den Schutz der restlichen Wälder kann der Kakao vor Raupen geschützt werden, ohne Pestizide einzusetzen.“

Originalveröffentlichung: Bea Maas et al. Avian species identity drives predation success in tropical cacao agroforestry. Journal of Applied Ecology. Doi: 10.1111/1365-2664.12409


Kontaktadresse:
Dr. Bea Maas
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften
Department für Nutzpflanzenwissenschaften
Abteilung Agrarökologie, Grisebachstraße 6, 37077 Göttingen
Mobiltelefon (Österreich) +43-650-4200494
E-Mail: beamaas@gmx.at
Internet: http://www.uni-goettingen.de/de/bea-maas/135572.html

Weitere Informationen:

http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5091
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2664.12409/abstract

Thomas Richter | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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