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Vögel und Fledermäuse fördern Kakaoernte in Indonesien

31.10.2013
Göttinger Agrarökologen untersuchen wirtschaftliche Bedeutung der natürlichen Schädlingskontrolle

Die Anwesenheit von Vögeln und Fledermäusen auf Kakaoplantagen hat positive Auswirkungen auf die Kakaoernte. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen in einem groß angelegten Freilandexperiment auf der indonesischen Insel Sulawesi herausgefunden.


Eines der größten Kakao-Anbaugebiete der Welt: Die Göttinger Agrarökologin Bea Maas auf einer Kakaoplantage auf der indonesischen Insel Sulawesi.

Foto: Universität Göttingen

Die Agrarökologen verhinderten, dass Vögel und Fledermäuse Zugang zu bestimmten Kakaobäumen hatten. Daraufhin stieg die Zahl der Insekten auf der Plantage und die betroffenen Bäume warfen bis zu 31 Prozent weniger Ertrag ab. Die Untersuchungen fanden über einen Zeitraum von 15 Monaten in einem der größten Kakaoanbaugebiete der Welt statt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Ecology Letters veröffentlicht.

Die natürliche Schädlingskontrolle ist besonders in den tropischen Regionen, die zu den artenreichsten der Welt zählen, eine bislang wenig verstandene und kaum eingesetzte Dienstleistung. Zunehmender Bedarf an Landnutzung ist die Hauptursache für den Rückgang dieser artenreichen und natürlichen Lebensräume.

„Wir benötigen deshalb dringend alternative Ansätze und ein verbessertes Management, um diese Agrarlandschaften effektiver und nachhaltiger bewirtschaften zu können“, erklärt die Göttinger Agrarökologin Bea Maas. „Die Anwesenheit von Vögeln und Fledermäusen erbrachte den Kleinbauern Ertragssteigerungen im Wert von 730 US-Dollar pro Jahr und Hektar Anbaufläche. Durch gezieltes Management ließe sich dieser Effekt sicher noch steigern.“

Die Wissenschaftler fordern deshalb Landnutzungsmaßnahmen, die zu einer höheren strukturellen Vielfalt in den Anbaugebieten beitragen. „Eine bessere Verteilung und Auswahl von Schattenbäumen, die im Kakaoanbau unerlässlich sind, würde zu einem verbesserten Angebot von Nistplätzen und Nahrung für Vögel und Fledermäuse beitragen“, erläutert Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Würde beim Anbau die natürliche Schädlingskontrolle durch Vögel und Fledermäuse berücksichtigt, käme das nicht nur den Kleinbauern zugute, sondern auch dem Schutz der Artenvielfalt.“

Originalveröffentlichung: Bea Maas et al. Bats and birds increase crop yield in tropical agroforestry land-scapes. Ecology Letters 2013. Doi: 10.111/ele.12194.

Kontaktadresse:
Bea Maas
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften
Department für Nutzpflanzenwissenschaften
Abteilung Agrarökologie
Grisebachstraße 6, 37077 Göttingen, Telefon (0551) 39-22157
E-Mail: beamaas@gmx.at

Thomas Richter | idw
Weitere Informationen:
http://www.agroecology.uni-goettingen.de

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