Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Viel zu groß und dazu noch kompliziert?

16.06.2011
Erfolgreiche Strategie zur Entschlüsselung komplexer Getreidegenome entwickelt

Einer internationalen Forschungsgemeinschaft unter der Leitung von Dr. Nils Stein, Arbeitsgruppenleiter am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben, gelang nach zweijähriger Arbeit erstmalig der genomweite Einblick in die ökonomisch und wissenschaftlich wichtige Getreidesorte Gerste.

Die Wissenschaftler etablierten eine Strategie, mit der sie bereits jetzt die Anordnung von etwa zwei Drittel aller Gene in Gerste bestimmen konnten. Diese dient nun als Grundlage für die vollständige Entschlüsselung des Gersten- und des nahe verwandten Weizengenoms. Nach Informationen der Welternährungsorganisation nehmen Weizen und Gerste weltweit Platz eins und fünf der meistgeernteten Nutzpflanzen weltweit ein.

Nur wenn Wissenschaftler den genetischen Code einer Pflanze kennen, können sie die molekularen Mechanismen verstehen, die für die Ausprägung komplexer Eigenschaften verantwortlich sind. Der genetische Code bildet auch die Grundlage für weitgehende Züchtungsvorhaben, die bedeutende agronomischer Eigenschaften wie Trockentoleranz und Resistenzen einer Pflanze verbessern.

Die Größe und der komplizierte Aufbau der Getreidegenome erschwerten bisher deren vollständige Entschlüsselung. „Das Gerstengenom ist etwa zweieinhalb mal so groß wie das menschliche Genom und entspricht ungefähr zwölfmal dem Reisgenom, für dessen Entschlüsselung etwa 100 Millionen US-Dollar benötigt wurden“, verdeutlicht Dr. Nils Stein die Größenverhältnisse. Die an Gerste erfolgreich erprobte Strategie setzen Wissenschaftler bereits auch beim wesentlich größeren Weizengenom ein. Aufgrund der Ähnlichkeit vieler Getreidesorten werden die Forscher auch die Beziehungen zwischen den genetischen Informationen und den Merkmalsausprägungen auf andere verwandte Getreidearten wie beispielsweise Roggen übertragen können.

Gefördert werden die Arbeiten mit 6,8 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des nationalen Verbundprojekts zur Pflanzenforschung GABI-Future.

Vollständige Veröffentlichung:
Klaus F.X. Mayer et al. (2011): Unlocking the Barley Genome by Chromosomal and Comparative Genomics; The Plant Cell Online 23:1249-1263; DOI: 10.1105/tpc.110.082537
Hintergrundbericht:
Auf Pflanzenforschung.de „Dem Genom der Gerste auf der Spur“
Kontakte
Dr. Nils Stein, Koordinator des Sequenzierkonsortiums
Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und
Kulturpflanzenforschung (IPK)
Gatersleben
Tel.:+ 49 (0)3 94 82-55 22
Fax:+49 (0)3 94 82-55 95
E-mail: stein@ipk-gatersleben.de
Dr. Dirk Büssis, Leiter der Geschäftsstelle Pflanzenforschung
Pflanzenbiotechnologie der Zukunft
c/o Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie
Am Mühlenberg 1
14476 Potsdam
Tel.: +49-(0)331-567 83 01
Fax: +49-(0)331-567 89 83 01
E-mail: buessis@mpimp-golm.mpg.de
Über das IPK Gatersleben
Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben ist eine außeruniversitäre, mit Bundes- und Ländermitteln geförderte Forschungseinrichtung und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von 87 Forschungsinstituten und Serviceeinrichtungen für die Forschung in Deutschland. Am IPK forschen und arbeiten etwa 500 Mitarbeiter/-innen aus über 20 Nationen. Weitere Informationen zum IPK.
Über Pflanzenbiotechnologie der Zukunft/ GABI-FUTURE
Die Fördermaßnahme „Pflanzenbiotechnologie der Zukunft“ baut auf den Ergebnissen des Genomforschungsprogramms GABI auf. Wie dieses wird es im Rahmen einer "Public-Private-Partnerschaft" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Privatwirtschaft finanziert. Zahlreiche Unternehmen von Familienbetrieben bis zu globalen Playern beteiligen sich weit über ein finanzielles Engagement hinaus aktiv an Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Das Deutsche Pflanzenforschungsprogramm steht als Leuchtturm auch für eine international erfolgreiche europäische und transatlantische Zusammenarbeit.

Dr. Dirk Büssis | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpimp-golm.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Software-App für optimale Düngergabe
09.11.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Win-Win-Situation Arznei- und Gewürzpflanzen + Bestäuber-Insekten
06.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften