Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Urbane Landwirtschaft der Zukunft: ZFarm – Viel Ertrag auf wenig Fläche

01.04.2011
Weltweit boomt das Interesse am innerstädtischen Anbau von Lebensmitteln. Wie die Großstadt Berlin für den Trend zur urbanen Landwirtschaft ‚fit‘ gemacht werden kann, steht im Zentrum des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts „ZFarm.

Innovations- und Technikanalyse Zero Acreage Farming“. Bis 2013 entwickeln Forscher des Fachgebiets Stadt- und Regionalökonomie der TU Berlin (Institut für Stadt- und Regionalplanung) und des inter 3 Instituts für Ressourcenmanagement unter Leitung des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) Potenziale, Chancen und einen Fahrplan zur Umsetzung von Anbaukonzepten speziell für den städtischen Kontext.

Es wächst was in der Stadt: Landwirtschaft in, an und auf Gebäuden
Frisches Obst und Gemüse auf kürzestem Wege auf den Tisch zu bringen, das ist auch in der Stadt möglich: Berlin soll grüner werden, das sieht nicht nur der kürzlich vorgestellte „Stadtentwicklungsplan Klima“ vor. Abkühlungseffekte aber auch verminderte Treibhausgasemissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion werden bei Großstädten wie Berlin durch die externe wie interne Begrünung von Gebäudeflächen erwartet. Gebäudeintegrierte Erzeugung agrarischer Produkte könnte genau dies unterstützen. „Ziel ist, eine agrarische Nutzung mit in der Stadt vorhandenen Ressourcen zu ermöglichen“, erläutert Dr. Armin Werner, Sprecher des Forschungsverbunds.

„Die Idee dahinter ist einfach: Frische Nahrungsmittel bei minimiertem Flächenverbrauch - also zero acreage - und reduzierten Emissionen“, so Werner. „Flächen auf, in und an Gebäuden könnten für den Anbau aktiviert, Regenwasser zur Bewässerung gesammelt und Sonne und Abwärme der Gebäude als kostenlose Energiequellen genutzt sowie Stoffströme lokal besser organisiert werden.“

Bislang existieren zu urbanen Anbaukonzepten mit Gebäudeintegration hauptsächlich architektonische Visionen, die selten alle Aspekte einer möglichen Umsetzung berücksichtigen. An dieser Stelle setzt das Zero Acreage Farming-Projekt an: Am Beispiel Berlins sollen mit einer sogenannten „Partizipativen Innovations-Roadmap“ die erforderlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung und Verbreitung städtischer Formen der Landwirtschaft aufgezeigt werden: Auf dem Prüfstand stehen zum Beispiel Dachgewächshäuser, mehrstöckige Indoor-Farmen und hängende Gärten.

Bereits produzierende Stadtgärtner, Hausbesitzer, Architekten und öffentliche Verwaltungen sowie die Stadtbewohner als zukünftige Nutzer und mögliche Investoren werden in die Entwicklung der Roadmap eingebunden. Am Ende des partizipativen Prozesses stehen Empfehlungen zu einem Fahrplan für eine gebäudeintegrierte urbane Landwirtschaft der Zukunft in Berlin und anderen Städten.

Herkunftskennzeichnung: Dachgarten
Neben Vorteilen für das (Stadt-)Klima erwarten die WissenschaftlerInnen weitere Vorteile durch mehr Landwirtschaft in den Städten. So rücken Anbau und Verbrauch von Lebensmitteln wieder näher zusammen und die derzeitige Trennung von globalisierter Agrarproduktion und städtischem Konsum wird zumindest teilweise aufgebrochen. Obst und Gemüse kommen buchstäblich frisch vom „Dach auf den Tisch“. Mit einer auch architektonisch ansprechenden Gestaltung städtischer Landwirtschaft können zudem wertvolle Räume für Erholung und soziales Miteinander geschaffen werden. Beispielsweise kann die gemeinschaftliche Erzeugung von Nahrungsmitteln auch Aufgaben im Bildungs- und Sozialbereich übernehmen. Dies wäre ein Plus für die städtische Lebensqualität und den Wohnstandort Berlin und würde zugleich den städtischen Konsum ‚nachhaltiger’ machen.
Neue Städte braucht das Land: Berlin zeigt wie es geht
Im Rahmen von ZFarm werden verschiedene, gewerbliche wie nicht kommerzielle Betreibermodelle entwickelt, die in vielfältigen Ansätzen für die Umsetzung der architektonischen und technologischen Innovationen münden. Als „ZFarm-Stadt“ kann Berlin zum Vorreiter einer urbanen Landwirtschaft werden und tragfähige Lösungen für Klimaanpassung, Flächenkonkurrenz und die sich abzeichnende Ernährungskrise aufzeigen. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Innovations- und Technikanalyse“ gefördert. Projektträger ist die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.
Leitung Forschungsverbund:
Dr. Armin Werner
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.
Institut für Landnutzungssysteme
Werner@zalf.de; http://www.zalf.de
Tel. 033432 – 82310
Mehr Informationen/Interviewpartner erhalten Sie über die Pressestelle des ZALF:
Susanne Hecker
033432/82 309
0151/405 455 03
susanne.hecker@zalf.de
Monique Luckas
033432/82 405
0151/405 455 00
monique.luckas@zalf.de

Susanne Hecker | idw
Weitere Informationen:
http://www.ZFARM.net
http://www.zalf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Rinderhaltung: Europäische Agrarwissenschaftler betreten Neuland in der Forschungskooperation
16.02.2018 | Leibniz-Institut für Nutzierbiologie (FBN)

nachricht Entwaldung in den Tropen
15.02.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics