Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchung städtischer Landwirtschaft in Westafrika

16.07.2013
Göttinger Ethnologen an internationalem Forschungsprojekt „UrbanFoodPlus“ beteiligt

Zu landwirtschaftlichen Produktionssystemen in westafrikanischen Städten forscht seit dem 1. Juni 2013 eine Gruppe Göttinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung des Ethnologen Prof. Dr. Nikolaus Schareika.

Das Institut für Ethnologie der Universität Göttingen arbeitet im Rahmen des internationalen Verbundprojekts „UrbanFoodPlus“ zusammen mit den Universitäten Kassel, Bochum, Freiburg und zahlreichen Partnerinstituten in Burkina Faso, Ghana, Kamerun, Mali und Nigeria, um die sozialen, politischen und kulturellen Dimensionen von städtischer Landwirtschaft zu untersuchen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt für das Projekt knapp 710.000 Euro in den kommenden fünf Jahren zur Verfügung. Davon wurden zunächst 440.000 Euro für die ersten drei Jahre bewilligt.

Der Anbau von Grundnahrungsmitteln sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Markt – zwischen Wohnblocks und auf unbebauten Flächen – oder das Weiden von Nutztieren entlang von Ausfallstraßen prägen das Bild westafrikanischer Städte wie Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, oder Bamako in Mali. Die räumliche Nähe der Bauern zu Märkten für Düngemittel und Saatgut sowie zu Abwasserkanälen für die Bewässerung ihrer Gärten birgt ein großes Potenzial für die urbane Lebensmittelproduktion. Mit dem Anbau ihrer Produkte in unmittelbarer Marktnähe leisten die Bauern nicht nur einen Beitrag zur Ernährungssicherheit der städtischen Bewohner, sondern auch zur Einkommens- und Effizienzsteigerung.

Das Team von Prof. Schareika konzentriert sich auf die sozialen Systeme und lokalen Machtgefüge, in die der Zugang zu nährstoffreichen Böden, Weidemöglichkeiten, Wasser, Saatgut, Dünger, Märkten und Know-how sowie die Nutzung und Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Technologien eingebettet sind. Gleichzeitig werden die Forscherinnen einen engen Dialog zwischen Bauern, Tierhaltern, politischen Entscheidungsträgern, Experten aus landwirtschaftlichen Beratungszentren vor Ort und den Wissenschaftlern in ihrem eigenen Verbundprojekt organisieren, um die Entwicklung gemeinsamer Problemlösungsansätze zu fördern.

Als Teil des interdisziplinären Forscherteams des Verbundprojekts – bestehend aus Agrarwissenschaftlern, Bodenkundlern, Ingenieuren, Ökonomen und Geographen – soll das Göttinger Institut für Ethnologie insbesondere dazu beitragen, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern in westafrikanischen Städten von Beginn an in den Prozess der Entwicklung innovativer Agrartechnologien integriert werden. Innerhalb von „UrbanFoodPlus“ ist zudem eine internationale Graduiertenschule für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler eingerichtet worden, bei der zehn Promotionsstipendien sowie zwölf Promotionsstellen angesiedelt sind. Das Kolleg dient somit auch dem wissenschaftlichen Austausch zwischen Afrika und Europa.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Nikolaus Schareika
Georg-August-Universität Göttingen
Sozialwissenschaftliche Fakultät – Institut für Ethnologie
Theaterplatz 15, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-7893
Email: nschare@gwdg.de

Thomas Richter | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/de/136136.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise