Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tiere verbergen ihr Kranksein in gewissen Situationen

18.06.2014

Tiere können in bestimmten sozialen Situationen verbergen, dass sie krank sind.

Wenn sie die Gelegenheit haben, sich fortzupflanzen, oder wenn ihre Jungen anwesend sind, geben kranke Tiere vor, gesund zu sein. Die Analyse einer Evolutionsbiologin der Universität Zürich ist für das Verständnis über die Verbreitung von Infektionskrankheiten wichtig.

Sind Tiere krank, dann essen und trinken sie häufig weniger, verringern ihre Aktivität und schlafen mehr. Dadurch sparen sie Energie für ihre Genesung.

Allerdings können gewisse soziale Situationen diese Verhaltensanpassungen an den gesundheitlichen Zustand beeinflussen.

Die Evolutionsbiologin Patricia Lopes vom Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich hat eine Reihe von Studien analysiert, die zeigen, dass die Anwesenheit von Jungen, Feinden oder potentiellen Paarungspartnern das Verhalten von kranken Tieren verändert.

In diesen sozialen Situationen verbergen die beobachteten Tiere, darunter Mäuse, Vögel, Hausschweine und Affen, ihr Krankheitsverhalten. In einer eigenen Studie konnte Lopes zudem zeigen, dass sich kranke Zebrafinken so verhalten, als wären sie gesund, wenn sich ihnen die Gelegenheit zur Paarung bietet.

Einmalige Möglichkeiten nutzen können

Patricia Lopes erklärt: «Grundsätzlich sollten sich kranke Tiere auch <krank> verhalten, da sie dadurch Energie sparen können und schneller wieder gesund werden. Wenn aber das Kranksein mit einer einmaligen Möglichkeit zusammenfällt, zum Beispiel sich fortzupflanzen, können Tiere ihr Verhalten gemäss ihren Prioritäten anpassen und somit verbergen, dass sie krank sind.» Lopes legt nahe, dass solch eine Anpassung für Tiere mit limitierter Energie ein Kompromiss sein kann, zwischen einem Verhalten, das die Genesung fördert und dem Paarungsdrang oder der elterlichen Fürsorge.

Laut Lopes sind die gewonnenen Erkenntnisse für unser Verständnis über die Verbreitung von Infektionskrankheiten wichtig. Zu erkennen, wann Tiere ihre Krankheit verbergen, sei entscheidend, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten besser entdecken und kontrollieren zu können «Ein besseres Verständnis darüber, wie der soziale Kontext das Verhalten eines Tiers beeinflusst, kann unsere Modelle zur frühzeitigen Entdeckung und Verbreitung von Infektionskrankheiten verbessern», so die Evolutionsbiologin. Dieses Wissen ist umso mehr von Bedeutung, da gemäss Angaben des U.S. Center for Disease Control rund 60 Prozent aller Infektionskrankheiten beim Menschen ihren Ursprung im Tierreich haben.

Literatur:
Patricia C. Lopes. When is it socially acceptable to feel sick? Proceedings of the Royal Society B. http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2014.021

Kontakt:
Patricia C. Lopes
Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 52 77
E-Mail: patricia.lopes@ieu.uzh.ch

Weitere Informationen:

http://www.mediadesk.uzh.ch

Nathalie Huber | Universität Zürich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Erstmals Studie zu Hai- und Rochenarten in deutschen Meeren
19.04.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wenn Städte immer mehr an Boden gewinnen: Wie gelingt Land- und Gartenbau südlich der Sahara?
11.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie