Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Thünen-Institut kooperiert mit Floragenex bei der genetischen Analyse tropischer Baumarten

02.05.2013
Neue DNA-Sequenzierungstechnik soll Art- und Herkunftsnachweis erleichtern
Das Thünen-Institut und die US-amerikanische Biotech-Firma Floragenex wollen künftig bei der genetischen Analyse afrikanischer und asiatischer Baumarten eng zusammenarbeiten. Ziel der Kooperation ist es, anhand des Erbguts genaue Angaben über die Artzugehörigkeit und die Herkunft der Bäume machen zu können. Das ist angesichts der neu in Kraft getretenen EU-Holzhandelsverordnung von besonderer Bedeutung.

Die Vereinbarung sieht vor, dass Floragenex ein speziell entwickeltes DNA-Sequenzierungs-verfahren einsetzt (RAD, Restriction site Associated DNA, in Verbindung mit der HiSeq 2000 Plattform), um im Genom von fünf Baumarten, die in Afrika und Asien vorkommen, genetische Unterschiede zu identifizieren. Bei den Baumarten handelt es sich um Iroko, Sapeli, Ayous, Sibirische Lärche und Mongolische Eiche.
Das im März eingerichtete Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte versorgt die Biotech-Firma mit DNA, die aus verschiedenen, über das Verbreitungsgebiet der Arten beprobten Bäumen gewonnen wurde. Bei Floragenex erfolgt dann die Sequenzierung und bioinformatische Analyse des Erbguts. Die gewonnenen Daten nutzt das Thünen-Institut, um Gen-Marker zu entwickeln, mit denen sich die Baumarten identifizieren und die geografischen Herkünfte der Bäume nachweisen lassen. Dadurch wird es möglich, im internationalen Holzhandel die Art- und Herkunftsangaben mit genetischen Methoden zweifelsfrei zu überprüfen – ein wichtiger Schritt, um den Handel mit illegal eingeschlagenen oder geschützten Hölzern einzudämmen.

„Wir freuen uns, unsere langjährigen Verbindungen zum deutschen Thünen-Institut intensivieren zu können und gemeinsam daran zu arbeiten, die Genetik der noch wenig erforschten tropischen Baumarten aufzuklären“, sagte Floragenex -Präsident Dr. Rick Nipper bei der Bekanntgabe der Kooperation. „Genetische Analysen für Ökologie und Naturschutz nutzbar zu machen ist ein wichtiges Ziel unseres Unternehmens.“
Der Leiter des Thünen-Instituts für Forstgenetik, Dr. Bernd Degen, sieht die Kooperation mit der Biotech-Firma perspektivisch: „Durch die genetischen Daten, die Floragenex mit der neuen RAD-Methode gewinnt, sind wir in der Lage, viele weitere Genmarker für unser Programm zur Holz-Identifizierung zu finden und dadurch künftig noch präzisere Aussagen treffen zu können.“

Über Floragenex:
Das amerikanische Biotechnologie-Unternehmen Floragenex mit Sitz in Oregon entwickelt innovative Verfahren im Bereich der Genom-Analyse bei Menschen, Pflanzen und Tieren. Seit 2007 stellt es seine Expertise in den Bereichen Genetik, Ökologie, Evolutionsbiologie und Biomedizin zur Verfügung. Die von Floragenex entwickelten Technologien erlauben Genom-Untersuchungen auf verschiedensten Ebenen für akademische, staatliche und kommerzielle Forschungsprojekte weltweit.

Über das Thünen-Institut:
Das Thünen-Institut ist eine Forschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundeslandwirt-schaftsministeriums (BMELV). Es entwickelt Konzepte für die nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Lebensgrundlagen in den Bereichen Felder, Wälder, Meere. Dabei bezieht es ökonomische, ökologische und technologische Aspekte in seine Arbeit ein.

Thünen-Institut und Floragenex kooperieren auf dem Gebiet der genetischen Identifizierung von tropischen Baumarten. (Foto: Ilja Hendel)

Das Kompetenzzentrum Holzherkünfte am Thünen-Institut ist die zentrale Anlaufstelle für Behörden, Verbände, Verbraucher und den Holzhandel bei Fragen der Artbestimmung und Herkunftskontrolle von Holz und Holzprodukten bei ihrer Einfuhr nach Deutschland und der EU. Das Kompetenzzentrum bündelt die wissenschaftliche Expertise der vier Thünen-Fachinstitute für Holzforschung, Forstgenetik, Weltforstwirtschaft und Forstökonomie in den Bereichen Holzartenbestimmung, Herkunftsnachweis, Zertifizierung und Holzhandelsstrukturen.

Kontakt für nähere Informationen:

Dr. Bernd Degen
Leiter des Thünen-Instituts für Forstgenetik, Großhansdorf
E-Mail: bernd.degen@ti.bund.de
Dr. Rick Nipper
Präsident von Floragenex, Oregon
E-Mail: rick@floragenex.com

Dr. Michael Welling | Thünen-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ti.bund.de/holzherkuenfte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise