Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Systematische Untersuchungen zum Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung

25.01.2012
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fördert seit 2006 wissenschaftliche Studien zur systematischen Erfassung des Einsatzes von Antibiotika in der Nutztierhaltung.

Aktuell findet eine Studie statt, bei der entsprechende Daten in einer repräsentativen Stichprobe bei Tierärzten und Landwirten erhoben werden. Das Ziel ist es, den durchschnittlichen Antibiotikaeinsatz je Tier in einem Betrieb oder einer Region abzuschätzen. Erste Ergebnisse werden Anfang 2013 erwartet.

Die Studie „VetCAb“ (Veterinary Consumption of Antibiotics) wird von zwei Forschungseinrichtungen gemeinsam durchgeführt. Das Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover ist für das Studiendesign und die Rekrutierung der Teilnehmer zuständig. Am Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig wird die Projektdatenbank verwaltet, in der die Arzneimittel und deren Wirkstoffe quantifiziert und berechnet werden. Die gewonnenen Daten werden von den Experten beider Institutionen gemeinsam ausgewertet und dem BfR für seine Bewertungsaufgaben übergeben.

Tierärzte und Landwirte nehmen an der Studie freiwillig teil und sind über das ganze Bundesgebiet verteilt. Von jedem Betrieb werden sämtliche Antibiotikagaben vom Zeitraum eines Jahres rückwirkend erfasst. Die Datenerfassung erfolgt überwiegend elektronisch.

Neben der Menge der eingesetzten Arzneimittel werden auch die Dosierung, die Darreichungsform, die Diagnose und die Tierart dokumentiert. Darüber hinaus wird die Zahl der Behandlungstage je Wirkstoff pro Tier berechnet. Die Auswertung erfolgt anonym unter Berücksichtigung der Region, in der sich der Betrieb befindet.

Der Bund benötigt Informationen über den durchschnittlichen Antibiotikaeinsatz in Deutschland, um die Situation in Deutschland - auch im europäischen Vergleich - bewerten zu können und um (zukünftige) europäische Gesetzesvorgaben erfüllen bzw. vorbereiten zu können. Für die Bewertung der gesundheitlichen Risiken, die sich aus dem Antibiotikaeinsatz ergeben können und möglicher Verbesserungsstrategien benötigt das Bundesinstitut für Risikobewertung wissenschaftlich fundierte, belastbare Daten. Daher wurde die Entwicklung dieses Monitoringsystems in Auftrag gegeben, das tiefergehende wissenschaftliche Aus- und Bewertungen erlaubt.

In den Jahren 2007 und 2008 wurde von den genannten Instituten bereits eine Machbarkeitsstudie zur Erfassung von Verbrauchsmengen für Antibiotika bei Lebensmittel liefernden Tieren durchgeführt. Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie konnte gezeigt werden, dass die Datenerhebung in landwirtschaftlichen Betrieben und Tierarztpraxen technisch machbar ist.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Professor Dr. Lothar Kreienbrock
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Epidemiologie, Biometrie und Informationsverarbeitung
Tel.: +49 511 953-7950
lothar.kreienbrock@tiho-hannover.de

Sonja von Brethorst | idw
Weitere Informationen:
http://www.vetcab.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Kleinbauern setzen verstärkt auf Monokulturen
10.11.2016 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie