Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rolle des Unkrauts auf Rübenäckern für den Befall mit Fadenwürmern im Folgejahr untersucht

04.12.2014

Julius Kühn-Institut publiziert in Weed Research zusammen mit süddeutschen Projektpartnern Ergebnisse von Feldstudien zum Einfluss des natürlichen Unkrautbesatzes auf die Nematodenpopulation in Fruchtfolgesystemen mit Zuckerrüben

Der Rübenzystennematode Heterodera schachtii ist ein bedeutender Schädling im Zuckerrübenanbau. Beim Befall der Rübenwurzeln durch den Fadenwurm drohen Ernteverluste.


Mikroplotversuch Unkraut-Nematodenbesatz

Foto: A.Westphal/Julius Kühn-Institut


Vogel-Sternmiere (Stellaria media)

Foto: A.Westphal/Julius Kühn-Institut

Dreigliedrige Fruchtfolgesysteme, in denen auf der Zuckerrübenfläche für zwei Jahre Getreide angebaut wird, bevor wieder Rüben gesät werden, sollen die Nematoden unter Kontrolle halten. Nach der Getreideernte und vor der Bodenvorbereitung für die Zuckerrüben entwickelt sich je nach Standort eine illustre Unkrautgesellschaft auf dem Feld.

Da sich Rübenzystennematoden auch an Wurzeln bestimmter Unkräutern vermehren können, ist das Julius Kühn-Institut (JKI) der Frage nachgegangen, inwiefern diese Unkräuter die Entwicklung der Nematoden auch unter Feldbedingungen fördern und somit eine Gefahr für die Rüben im Folgejahr darstellen.

Exemplarisch wurde von 2009 an ein vierjähriges Feldmonitoring in Franken durchgeführt, begleitet von Gewächshaus- und Mikroplotversuchen. Nun gibt es Entwarnung: Nur zwei Unkrautarten befördern tatsächlich eine Nematodenentwicklung, und diese Arten sind nicht in hohem Maße am Unkrautbesatz der Praxisflächen beteiligt. Die Studienergebnisse sind jetzt in der Onlineausgabe des Journal „Weed Research“ (DOI:10.1111/wre.12108 und DOI:10.1111/wre.12116) nachzulesen.

In einem ersten Schritt wurden zunächst die Unkrautarten bestimmt, die auf Feldern in 100 Kilometern um Würzburg tatsächlich auftraten, und ihre Häufigkeit untersucht. Mit 18 ausgewählten Arten wurden parallel so genannte Mikroplotversuche durchgeführt.

Das heißt Fadenwurm-infizierter Boden wurde mit den Unkräutern besät, und die Entwicklung bzw. Vermehrung der Fadenwürmer im Vergleich mit Zuckerrüben und resistentem Gelbsenf bestimmt.

„Dabei zeigte sich, dass nur die Vogel-Sternmiere (Stellaria media) und das Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense) die Nematodenzahl im Boden ansteigen lassen; und das auch nur, wenn diese Unkräuter in hohen Dichten auftreten“, fasst Dr. Andreas Westphal vom Julius Kühn-Institut die Ergebnisse zusammen.

Da der Besatz dieser beiden Unkrautarten auf den untersuchten Praxisflächen aber nie sehr hohe Dichten erreichte, kommt der Nematologe zu dem Schluss, dass Landwirte zwar die Unkräuter im Blick behalten sollten, aus nematologischer Sicht scheinen zusätzliche Unkrautbekämpfungsmaßnahmen im Herbst jedoch nur in Ausnahmefällen notwendig zu sein.

„Diese Ergebnisse sind ein wichtiges Signal für Zuckerrübenanbauer an Standorten, die wegen der Trockenheit in der zweiten Jahreshälfte keine Zwischenfrüchte, wie resistenten Gelbsenf oder Ölrettich, anbauen und straffe 3-gliedrige Fruchtfolgen fahren“, sagt Dr. Westphal.

Kontakt:
Dr. Andreas Westphal
Julius Kühn-Institut
Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland
Messeweg 11-12, 38114 Braunschweig
Tel.: 0531-299 3929 bzw. 4501 (Sekretariat)
Andreas.Westphal(at)jki.bund.de


Weitere Informationen:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/wre.12108/abstract  - Originalartikel 1
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/wre.12116/abstract  - Originalartikel 2

Stefanie Hahn | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise